Protestaktion am Tagebau Garzweiler: Mann besetzt Bagger

Bei einer Protestaktion gegen den Abriss einer Landstraße für den Braunkohletagebau Garzweiler hat ein Mann nach Polizeiangaben zeitweise einen Abrissbagger besetzt. Polizisten hätten den Mann nach unten begleitet, teilte die Polizei am Montag mit. Während der dann fortgesetzten Abrissarbeiten saßen den Angaben nach bis zu 50 Demonstranten aus Protest den ganzen Tag über in der Nähe auf der Straße. Eine Hundertschaft war im Einsatz.

20.07.2020, 09:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach Angaben der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ protestierten Anwohner aus den fünf Dörfern, in denen die Umsiedlung der Menschen läuft. Die Straße sei zum einen die Verbindungsstraße zwischen den Dörfern, aber auch eine Art Trennlinie der Dörfer zum Tagebau. Mit der Demonstration im Erkelenzer Stadtteil Keyenberg im Kreis Heinsberg richten sie sich auch gegen die Zerstörung von Landschaft und Klima.

Ein Sprecher des Energiekonzerns RWE nannte die Kletteraktion auf den Bagger „lebensgefährlich“. Die Person sei auf den laufenden Bagger geklettert, sagte er. Die Polizei leitete gegen den Mann ein Strafverfahren wegen Verdachts der Nötigung ein.

Bereits am Wochenende hatten mehrere Hundert Menschen gegen den Abriss der Landstraße 277 im Erkelenzer Stadtteil Keyenberg im Kreis Heinsberg protestiert. Nach RWE-Angaben arbeitet sich der Tagebau nach Westen vor und erreicht in wenigen Wochen die betroffene Straße. Die Abrissarbeiten sollen demnach bis September dauern.

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