Die Lage bei der Werner Post: Kunden mit Handschuhen, Onlineshopping und Geldabhebungen

Post in Werne

Bei der Post läuft weiterhin alles in geregelten Bahnen. Odeh Rishmawi berichtet von vorsichtigen Kunden, vielen Paketen und Bank-Abbuchungen.

Werne

, 20.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christin Robbert arbeitet in der Postfiliale in Werne und gibt nach wie vor Pakete aus.

Christin Robbert arbeitet in der Postfiliale in Werne und gibt nach wie vor Pakete aus. © Sylva Witzig

Die Post gehört zu den Einrichtungen, die laut des aktuellen Erlasses der Regierung geöffnet bleiben dürfen. Die Werner Post an der Alten Münsterstraße wird auch nach wie vor gut frequentiert, berichtet Odeh Rishmawi, Sohn des Inhabers der Poststelle.

Pakete kommen herein, Pakete werden ausgegeben und die Postbank-Services werden in Anspruch genommen: „Mal gibt es einen Ansturm und mal nicht. Also nichts Außergewöhnliches.“ Doch das Verhalten der Kunden hat sich laut Rishmawi in den letzten Tagen verändert.

Kunden haben andere Anliegen

„Manchmal kommen Kunden mit Mundschutz herein. Manche halten einen auffällig großen Sicherheitsabstand. Und manche geben uns Trinkgeld, damit sie das Rückgeld nicht anfassen müssen“, erzählt Rishmawi. Die Zahl der Menschen, die die Postfiliale betreten, hielte sich in der Waage - die Leute kämen in den letzten Tagen und Wochen mit anderen Anliegen als gewohnt.

Die Post verteilt nun besonders viele Online-Bestellungen.

Die Post verteilt nun besonders viele Online-Bestellungen. © Sylva Witzig (Archivbild)

In der Postfiliale der Rishmawis, die gleichzeitig Services der Postbank anbietet, sei das Hamstern wie auch in den Lebensmittelläden ein Thema: „Wir beobachten, dass sich auffällig viele Leute mit großen Mengen an Bargeld bevorraten“, so Rishmawi. Im Kioskbetrieb sei etwas weniger los - dafür sei die Zahl der Pakete in der Filiale gestiegen: „Die Leute bestellen jetzt online, weil sie wohl Sorgen haben, dass sie nach den Ladenschließungen gar nichts mehr bekommen.“

Keine Sonntagsöffnung bei der Post

Dennoch empfinde er das Verhalten mancher Werner als etwas paradox. Denn während manche sich sehr vorsichtig und rücksichtsvoll zeigen, seien Andere nach wie vor in größeren Gruppen unterwegs. „Das kann ich nicht nachvollziehen. Eigentlich soll man daheim bleiben, aber manche ignorieren die Empfehlung völlig“, sagt Rishmawi.

Theoretisch dürfte die Post nach dem aktuellen Erlass der Regierung auch sonntags geöffnet sein - doch davon hält Rishmawi nicht viel. Dazu seien die Kundenströme nicht groß genug. Seit dem 2. Dezember befindet sich die Werner Post wieder an der Alten Münsterstraße und kümmert sich um alle Anliegen rund um Briefe, Pakete und die Postbank.

Unter der Woche blieben die Öffnungszeiten auch während der Corona-Krise wie gehabt. Die Stimmung unter den Mitarbeitern war bei unserem Besuch in der Poststelle am 19. März heiter - Späße unter Kollegen lasse man sich nicht nehmen. Im Kiosk der Familie (Ovelgönne 32), der laut des Erlasses ebenfalls geöffnet bleiben darf, weil dort Zeitungen verkauft werden, bleibt laut Rishmawi ebenso alles beim Alten.

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