Polizei fuhr am Wochenende landesweit 700 Corona-Einsätze

Coronavirus

Die Polizei hat am Wochenende landesweit 700 Pandemie-Einsätze absolviert - ganz überwiegend, um Verstöße gegen die soziale Distanz zu ahnden und die Kontaktverbote durchzusetzen.

Düsseldorf

30.03.2020, 21:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trotz Kontaktverbotes muss die Polizei in NRW immer wieder zu Corona-Einsätzen ausrücken.

Trotz Kontaktverbotes muss die Polizei in NRW immer wieder zu Corona-Einsätzen ausrücken. © picture alliance/dpa

Die Polizei hat im Zusammenhang mit den Corona-Regelungen am Wochenende landesweit 700 Einsätze absolviert - vor allem um die Kontaktverbote durchzusetzen. Dies sei sehr wenig, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montagabend im Interview mit dem Hörfunkprogramm WDR 2. „Es ist eindrucksvoll, wie diszipliniert die Menschen sind. 95 Prozent akzeptieren das Kontaktverbot. Das ist doch toll“, sagte Reul.

Polizei und Ordnungsämter müssten sich kümmern und dabei aufpassen, sich nicht selbst zu infizieren. Dies sei in diesen Tagen keine leichte Aufgabe für die Polizisten, sagte Reul. Die Polizei Mettmann hatte 186 sogenannte Pandemie-Einsätze in der vergangenen Woche gemeldet. Trotz einiger Ausnahmen hielten sich die Menschen größtenteils an die Auflagen, lobte die Polizei. Zudem sei die Zahl der Verkehrsunfälle und der Straftaten insgesamt deutlich zurückgegangen.

Verfahren trotz des bestehenden Kontaktverbotes

Die Polizei in Düsseldorf berichtete von über 100 Pandemie-Einsätzen. Eigentlich sei dies Sache der Ordnungsämter, die Polizei leiste aber Unterstützung. Im Münsterland berichtete die Polizei im Kreis Warendorf von 30 Einsätzen. Besonders am Freitag und Samstag habe das schöne Wetter einige Menschen unvorsichtig werden lassen. Am Sonntag und Montagmorgen seien es dagegen nur fünf Einsätze dieser Art gewesen.

Die Polizei Lippe ahndete am Wochenende Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz mit 15 Strafanzeigen. Die Bundespolizei leitete am vergangenen Wochenende 33 Verfahren trotz des bestehenden Kontaktverbotes allein an Bahnhöfen im Ruhrgebiet ein.

Coronavirus-Patientin randaliert auf Isolierstation

In Ahlen randalierte eine 57-jährige Patientin auf einer Covid-19-Isolierstation. Sie riss einem Beamten seinen Mundschutz ab, einem anderen seine Schutzbrille, versuchte nach den Dienstwaffen der Polizisten zu greifen und spuckte die Einsatzkräfte an, wie die Polizei berichtete. Die 57-Jährige wurde in eine Fachklinik gebracht. Die von ihr angegriffenen Polizisten wurden aus dem Dienst genommen.

Im Kreis Paderborn wurden 72 Einsätze im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gezählt. Die Polizei leitete über 60 Bußgeldverfahren ein, erstattete in acht Fällen Strafanzeigen und sprach über 60 Platzverweise aus. Während eine 22-jährige Pandemie-Helferin vor einem Supermarkt in Paderborn die Griffe der Einkaufswagen desinfizierte, wurde ihre Handtasche gestohlen.

Im Kreis Düren wurde ein Mann in Aldenhoven in Gewahrsam genommen. Er hatte behauptet, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, Polizisten beleidigt und in ihre Richtung spuckte. Außerdem verletzte er eine Polizistin durch Tritte.

dpa

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