Plexiglaslösungen von Mennes sind stark gefragt in der Corona-Krise

dzPlexiglas

In der Apotheke, im Baumarkt und natürlich im Supermarkt: An vielen Kassen stehen mittlerweile Spuckschutz-Wände. Aber woher kommen die Konstruktionen aus Plexiglasscheiben? Auch aus Selm.

Selm

, 29.04.2020, 08:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als das seit Jahren in Selm beheimatete Unternehmen Mennes 1976 in Werne gegründet wurde, konnte niemand ahnen, welche positive Entwicklung die Firma später nehmen würde. Aus den seinerzeit drei bis vier Mitarbeitern sind mittlerweile knapp 60 geworden. Sie verarbeiten Spezialglas und eben auch Kunststoffe.

„Die Leuchtenindustrie ist ein Hauptkunde für die Kunststoffe“, sagt Peter Mennes. Die Selmer Firma produziert Abdeckungen für Leuchten. Maschinenbau-Unternehmen sind die zweiten großen Abnehmer des Materials. Der Geschäftsführer nennt Abdeckungen in der Pharmaindustrie als Einsatzbereiche.

Kein Katalog, Mennes produziert auf Kundenwunsch

„Es geht um staubdichte Abdeckungen, die dennoch den Blick auf die Arbeitsprozesse erlauben.“ Dabei orientiert sich Mennes in jedem Einzelfall an den gestellten Anforderungen der Kunden. „Es gibt keinen Katalog. Wir produzieren alles auf Kundenwunsch - in einer Stückzahl von 1 bis 20.000.“

In der Corona-Krise sind jedoch Plexiglaslösungen für den Spuckschutz stark nachgefragt. „Der Umsatz ist in diesem Bereich rapide angestiegen“, sagt Peter Mennes. Die Firma habe aktuell „gut zu tun“. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden, sei Mennes „die nächsten Wochen ausgebucht.“

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Der Geschäftsführer räumt allerdings ein, dass er ein „wenig Bauchschmerzen“ hat. Die vergangenen zwei Wochen seien sehr ruhiger gewesen - die Nachfrage nach Mennes-Produkten insgesamt geringer als in den Vorjahren. „Die Delle wird kommen“, befürchtet der Selmer Unternehmer. Allerdings hat sich die Firma in der jüngeren Vergangenheit gut aufgestellt.

Mit dem Neubau an der Schachtstraße hat die Firma „einen Sprung nach vorne gemacht. „Wir sind hier flexibler und haben kürzere Produktionszeiten bei der Verarbeitung von Spezialgläsern – beispielsweise für Kaminöfen“, sagt Peter Mennes. Doch in dem Bereich, der klar der umsatzstärkere ist, ist die Nachfrage aktuell verhaltener.

Mennes-Produkte gehen auch nach Afrika und Australien

Im Gegensatz zu anderen Firmen ist Mennes allerdings nicht so stark vom Export abhängig. Er macht rund 20 Prozent des Umsatzes aus. Vornehmlich kommen die Kunden dabei aus Österreich und der Schweiz. Aber auch nach Australien und seit über zehn Jahren nach Afrika gehen die Produkte made in Selm.

Ganz neu ist hingegen, dass die Mitarbeiter bei Mennes jetzt einen Mundschutz tragen. „Wir haben das jetzt in der Corona-Krise eingeführt“, sagt der Geschäftsführer. Er ist begeistert, wie konsequent sich die Mitarbeiter des Themas angenommen haben. Denn nicht überall sind Spuckschutzwände die optimale Lösung.

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