Pfefferspray und Schlagstock: Ermittlungen nach Einsatz

Nach einem Polizeieinsatz mit Pfefferspray und Schlagstock in Herne prüft die Essener Polizei das Verhalten der Kollegen. Die Nachbarbehörde habe die Ermittlungen aus Neutralitätsgründen übernommen, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Es seien mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung im Amt gegen die beteiligten Polizisten gestellt worden. Diese wiederrum hatten eine Anzeige wegen Widerstandes gefertigt. „Wir schauen uns jetzt den kompletten Einsatz an“, sagte die Sprecherin. Am Ende seien daran vier Streifenwagenbesatzungen beteiligt gewesen.

02.06.2020, 16:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Beamter trägt die Dienstwaffe am Gürtel. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Ein Beamter trägt die Dienstwaffe am Gürtel. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Handyaufnahmen des Geschehens von Freitag haben bei Facebook für Diskussionen über die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes gesorgt. Eine Streifenwagenbesatzung war wegen des Verdachts auf häusliche Gewalt zu einem Mehrfamilienhaus gerufen worden.

Die Polizei sprach anschließend in einer Mitteilung am Montag davon, dass ein Mann und eine Frau vor dem Ort „erheblichen Widerstand“ geleistet hätten. In dem tausendfach bei Facebook geteilten Video ist zu sehen, dass der Mann der wiederholten Aufforderung, sich auf den Boden zu legen, nicht nachkommt. Daraufhin sei es „zur Anwendung von körperlicher Gewalt sowie des Einsatzes von Pfefferspray und des Schlagstocks“ gekommen, wie auch aus dem Video hervorgeht. Die Polizisten nahmen die beiden Personen schließlich kurzzeitig in Gewahrsam. Der Verdacht der häuslichen Gewalt habe sich nicht bestätigt.

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