Hoffnung: Mitten in der Coronakrise kam Marlene Hope Rienhöfer

dzCoronavirus in Schwerte

Marlene Hope Rienhöfer störte sich nicht an Coronakrise. Die Tochter von Werbegemeinschafts-Chef Peter Rienhöfer wollte auf die Welt. Von den Begleitumständen wird die Familie ewig erzählen.

Schwerte

, 09.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Schlummeraugen genießt die kleine Prinzessin auf der rosafarbenen, weiß-gepunkteten Babydecke die ersten Sonnenstrahlen ihres Lebens. Nicht im Traum ahnend, dass die Begleitumstände ihrer Geburt als Gesprächsthema für jeden Geburtstag vorprogrammiert sind. Mitten in der Coronakrise erlebten Peter Rienhöfer, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, und seine Frau Madeleine zum ersten Mal Elternglück. Töchterchen Marlene Hope, die so friedlich im Kinderwagen schläft, erblickte am 2. April im Marienkrankenhaus das Licht der Welt. Ihr zweiter Vorname, das Wort „Hoffnung“ auf Englisch, kommt wohl nicht von ungefähr. Das neue Leben ist ein Lichtblick in dieser tristen Zeit.

Am Sicherheitsdienst vorbei zum Kreißsaal

Noch in 100 Jahren wird davon zu erzählen sein, wie Peter Rienhöfer seine Frau mit einsetzenden Wehen in die Klinik fuhr. Nur durch den Hintereingang, die provisorisch zur Schleuse umgebaute Krankenwageneinfahrt, gab es Einlass. Dem Sicherheitsdienst-Mitarbeiter an der Tür sah Peter Rienhöfer die Verunsicherung angesichts der ungewohnten Situation an: „Er hatte wohl Angst, dass in seinem Abschnitt die Geburt beginnt.“ Der Mann habe ab sofort eine Krankenschwester gerufen, die die werdende Mutter mit einem Rollstuhl zum Kreißsaal schob. Um 1.25 Uhr hielt sie dort die kleine Marlene Hope in den Armen - 3209 Gramm schwer und 52 Zentimeter groß.

Marlene Hope Rienhöfer erblickte mitten in der Coronakrise am 2. April 2020 im Marienkrankenhaus das Licht der Welt.

Marlene Hope Rienhöfer erblickte mitten in der Coronakrise am 2. April 2020 im Marienkrankenhaus das Licht der Welt. © Reinhard Schmitz

Alleine fand sich das Ehepaar Rienhöfer nicht auf der Babystation. „Es waren noch mehr junge Eltern da. Es war nicht überlaufen, aber auch nicht komplett leer“, berichtet Peter Rienhöfer, der bei der Geburt dabei sein durfte. Wenn er danach die Klinik verlassen hätte, hätte er allerdings später als Besucher nicht wieder hinein gedurft - das verhindern die Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Die junge Familie blieb deshalb zwei Tage zusammen auf einem Zimmer. Die Füße vertreten konnte man sich nur auf dem Gang. Ansonsten durfte das Zimmer nur für Untersuchungen im Kreißsaal verlassen werden.

Chefarzt trug als Mundschutz eine Panda-Maske

„Wir haben uns mega gut aufgehoben gefühlt“, lobt Madeleine Rienhöfer die Betreuung im Marienkrankenhaus. Alle seien total gelassen geblieben: „Man hat gar nichts von der Krise mitgekriegt.“ Das Einzige, was daran erinnerte, waren die Atemschutzmasken. Darunter auch solche, die die Schneiderei des Hagener Stadttheaters offenbar mit nettem Augenzwinkern genäht hatte. Die Krankenhaus-Mitarbeiter bewiesen genau so viel Humor: „Es ist auch lustig, wenn der Chefarzt mit einer Panda-Maske herumläuft.“

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Alle machten hat das Beste aus der Situation, die so ganz anders war als sonst in der Geburtsabteilung. Familienbesuche waren leider unmöglich. In normalen Zeiten, so sagt Madeleine Rienhöfer, hätten die Großeltern das Krankenhaus gestürmt. Jetzt mussten sie sich erstmal mit Videotelefonie begnügen: „Das ist heutzutage ja Gottseidank möglich.“ Nur der Wunsch von Opa und Oma, ihre kleine Enkelin auch einmal so richtig zu knuddeln, musste aufgeschoben werden. Aus Sicherheitsgründen auch noch weiter, als die junge Familie das Krankenhaus nach Abschluss der zweiten Frühuntersuchung (U2) durch den Kinderarzt schließlich wieder verlassen hatte. „Wir haben ihnen das Baby im Zwei-Meter-Abstand vom Kinderwagen aus gezeigt - einzeln“, sagt Peter Rienhöfer. Das ist besser so im Moment.

Den Kinderwagen von 1989 hat die Mutter aufbewahrt

Auf die frische Luft muss Marlene Hope bei den frühlingshaften Temperaturen aber nicht verzichten. Stolz fährt sie der Papa im Kinderwagen durch die Straßen, wenn er beispielsweise bei Bäcker Becker frische Brötchen für die Familie holt. Der Kinderwagen ist übrigens ein ganz besonderes Stück, ein Hingucker in der Ruhrstadt schlechthin. In dem eleganten Modell mit den großen weißen Reifen, Baujahr 1989, hatte schon Mama Madeleine Rienhöfer als Baby die Welt erkundet.

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