Pater Tobias läuft 100 Kilometer durchs Ruhrgebiet - mit Stopp in Werne

dzLaufen für den guten Zweck

Statt den Ultramarathon in Biel läuft Pater Tobias (57) am Freitag 100 Kilometer durchs Ruhrgebiet - mit Stopp in Werne. Den Extremlauf absolviert der gebürtige Werner allein - für Spenden.

Werne

, 04.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pater Tobias hat in seinem Läuferleben schon einige besondere Herausforderungen gemeistert. Darunter etwa die 172 Kilometer durch die Wüste im Oman oder den Ultramarathon im schweizerischen Biel. Zu dem Extremlauf in der Schweiz hatte sich Pater Tobias auch in diesem Jahr angemeldet. Doch aufgrund der Corona-Krise fällt der für Freitag, 5. Juni, geplante Lauf aus.

Weil Pater Tobias, den viele nur Marathon-Pater nennen, aber diese Strecke gern laufen möchte, tut er es kurzerhand allein. Und zwar durch das Ruhrgebiet und für einen guten Zweck.

Pater Tobias wird am Mittag in Werne erwartet

Der 57-Jährige startet am Freitag um 7 Uhr in Duisburg, wo er Pastor in der Gemeinde Herz Jesu ist. Von dort aus geht es in seine Heimatstadt Werne. Dort wird er gegen 13.30 Uhr von Bürgermeister Lothar Christ und seiner Familie auf dem Kirchplatz erwartet.

Werne wird auf seiner 100 Kilometer langen Tour durch das Ruhrgebiet wohl der Knackpunkt sein. „Die 50 Kilometer schaffe ich locker. Danach wird es eine Kopfsache. Ab dann werde ich an Werne denken. Und wenn ich da bin, hoffe ich, dass ich den Schub mitnehmen kann bis nach Münster“, sagt Pater Tobias.

Vor allem die gut 35 Kilometer von der Lippestadt bis zum Ziel in Münster werden eine physische Herausforderung, weil einige Höhenmeter zu bewältigen sind. Insgesamt wird der Lauf, der sich genau auf 111 Kilometer erstreckt, aber vor allem eine mentale Mammutaufgabe werden. Denn Pater Tobias läuft ganz allein.

Eine Frage der Motivation

Auch in der Vorbereitung hat der gebürtige Werner nun allein seine Runden gedreht - unter anderem mit virtuellen Marathons. „Man muss sich selbst immer wieder motivieren. Dabei denke ich vor allem in kleinen Etappen - also immer in einem Rhythmus von fünf Kilometern“, erzählt der Extremsportler.

Und wenn der unermüdliche Pater doch einmal zweifelt, erinnert er daran, wieso er das Ganze überhaupt auf sich genommen hat. „Ich rufe die strahlenden Kinderaugen immer wieder ab. Die motivieren mich und dann strahle ich auch.“

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Wie bei vielen (Extrem-)Läufen zuvor schnürt Pater Tobias an diesem Freitag die Laufschuhe für den guten Zweck. 13.500 Euro sind - Stand Donnerstagmittag - bereits auf dem Spendenkonto gelandet. Und es sollen noch mehr werden. Auch in Werne wird es die Möglichkeit geben, eine Spende zu geben.

Bei diesem Lauf - es ist übrigens der bereits 100. Marathon - möchte Pater Tobias für Kinder-Schwimmkurse Geld sammeln. „Schon im letzten Jahr hat es mich sehr beschäftigt, dass viele Kinder nicht schwimmen können und ertrinken. Deshalb möchte ich so vielen Kindern wie möglich Schwimmkurse finanzieren“, erklärt der 57-Jährige, der aus der Kirchengemeinde Cappenberg stammt.

„100 Kilometer auf dem Fahrrad wären eine Zumutung“

Und wenn es sein muss, läuft er auch alleine, um zu helfen. Wohl nur zwischen Lünen-Brambauer und Werne wird er von einem Fahrradfahrer begleitet. „Man kann ja keinem zumuten, mich die ganzen 100 Kilometer auf dem Fahrrad zu begleiten“, sagt der Pastor.

Er sorgt selbst für seine Verpflegung. In seinem Rucksack hat er Wasser, Bananen, Müsliriegel und ein Notfallpaket dabei. Zwischendurch wird er sich mit neuen Getränken und Brot versorgen müssen, erklärt Pater Tobias, der schon seit 14 Jahren Marathons läuft.

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„Das, was auf 50 Kilometern schon gut funktioniert, versuche ich nun, auf 100 Kilometer auszudehnen.“ Wichtig sei dabei vor allem Salz, damit man sich immer genügend Mineralien gegen Muskelkrämpfe zuführt.

Und noch einen Tipp, den er an Hobbyläufer weitergeben kann, wird er selbst befolgen. „Wer schon mal einen Wettbewerb zum Beispiel über zehn Kilometer geschafft hat, sollte sich an die Glücksgefühle erinnern, die man beim Ziel erlebt. Die hat das Gehirn abgespeichert.“ Seinen Zieleinlauf in Münster hat er für den frühen Abend anvisiert.

Pater Tobias freut sich über weitere Spenden für Kinder- und Jugendprojekte. Spendenkonto: Projekt LebensWert BIC: GENODED1BBE IBAN: DE34360602950010766036 Spendenquittungen werden ausgestellt
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