Obduktion des Geiselnehmers: Eine Polizeikugel tödlich

Der Häftling, der bei der Befreiung einer Geisel im Gefängnis in Münster getötet wurde, ist von mehreren Kugeln aus Polizeiwaffen getroffen worden. Das hat die Obduktion der Leiche ergeben, wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Einer der Schüsse sei tödlich gewesen, wie die Untersuchung am Montag ergeben habe. Weitere Details nannte der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht.

20.10.2020, 10:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitarbeiter der Spurensicherung gehen zum Eingang der JVA Münster. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Mitarbeiter der Spurensicherung gehen zum Eingang der JVA Münster. Foto: Bernd Thissen/dpa/Archivbild

Die Beamten der Spezialkräfte, die am vergangenen Freitag bei dem Einsatz dabei waren, werden als Zeugen in dem Verfahren um den getöteten 40-Jährigen geführt. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Einsatz der Schusswaffen rechtmäßig war“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster.

Der Häftling hatte bereits in der Vergangenheit Beamte in dem Gefängnis bedroht. Er unterlag daher besonderen Sicherungsmaßnahmen. Am Freitag hatte er eine Justizangestellte zur Frühstückszeit mit einem aus Rasierklingen gefertigten Gegenstand bedroht und einen Hubschrauber für seine Flucht gefordert. Bei dem Einsatz machte der Alkoholkranke einen psychisch labilen Eindruck. Er sollte am 10. November nach einer viermonatigen Haftzeit entlassen werden.

Nach über drei Stunden befreiten SEK-Beamten die Geisel und töteten bei dem Zugriff den Geiselnehmer. Aus Neutralitätsgründen hat die Dortmunder Polizei die Ermittlungen übernommen.

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