NSU-Opfer erfunden: Verteidigung hat das Wort

Vor dem Landgericht Aachen geht am heutigen Morgen(8.00 Uhr) der Prozess gegen einen Anwalt weiter, der sich als Vertreter eines nicht existenten Opfers der Neonazi-Terrorzelle NSU ausgegeben haben soll.

26.11.2020, 01:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Erwartet wird das Plädoyer der Verteidigung. Der 52 Jahre alte Anwalt aus Eschweiler ist wegen Betrugs angeklagt. Er vertrat nach Angaben der Staatsanwaltschaft beim NSU-Prozess in München ein Opfer des Nagelbombenanschlags der Rechtsterroristen in der Kölner Keupstraße. Dieses Opfer gab es aber gar nicht. Dafür habe der Anwalt mehr als 200 000 Euro aus der Staatskasse bezogen.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Auch solle der Jurist für zwei Jahre seinen Beruf im Strafbereich nicht mehr ausüben dürfen. Der Angeklagte hat sich demnach des gewerbsmäßigen Betrugs in Tateinheit mit Urkundenfälschung schuldig gemacht. Das Plädoyer der Anklage dauerte fast vier Stunden.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er gibt an, stets in gutem Glauben gehandelt zu haben. Er sei davon ausgegangen, dass das NSU-Opfer tatsächlich existiere. Erwartet wird, dass das Plädoyer der Verteidigung mehrere Stunden dauern wird. Das Urteil soll am 30. November gesprochen werden.

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