NRW-Polizei führt internes Coronavirus-Lagebild

Die Polizeibehörden in NRW mit ihren rund 40 000 Beamten haben ein landesweites Lagebild zu „betroffenen Beschäftigten“ erstellt, das täglich aktualisiert wird. In dem Lagebild werden alle infizierten Polizeibeamten sowie Verdachtsfälle und etwaige Quarantäne-Maßnahmen erfasst, wie ein Sprecher des zuständigen Landesamts für Polizeiliche Dienste (LZPD) der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Über konkrete Zahlen machte das LZPD keine Angaben.

11.03.2020, 06:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wie der Sprecher sagte, wird das Lagebild seit vergangener Woche geführt. Es solle dazu dienen, einen Überblick über das Personal zu haben und auf mögliche Engpässe reagieren zu können. Zunächst bekannt war der Fall von zwei Polizeibeamtinnen aus Viersen, die am neuartigen Coronavirus erkrankt sind. Am Mittwoch bestätigte die Kreispolizeibehörde Wesel die Erkrankung eines weiteren Beamten.

In einem neuen Erlass des Innenministeriums wurden die Polizeibehörden am Montag aufgefordert, im Falle einer Erkrankung Kontaktpersonen in Absprache mit dem Gesundheitsamt konsequent in häusliche Quarantäne zu schicken. Eine „freiwillige Kontaktreduzierung“ sei nicht ausreichend, heißt es in dem Erlass, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte, gilt ansonsten ein Rahmen-Konzept, das bereits vor einigen Jahren für Krankheitswellen eingerichtet worden sei. Demnach werden die 40 000 Polizeibeamten unter anderem aufgefordert, sich nicht die Hand zu geben. Außerdem gebe es in jeder Kreispolizeibehörde einen Pandemie-Koordinator, der zusammen mit Helfern die Aufsicht über die Schutzmaßnahmen habe.

Michael Maatz, Vizechef der Gewerkschaft der Polizei in NRW, begrüßte die Maßnahmen: „Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser müssen auch dann funktionieren, wenn die Virus-Epidemie größere Bevölkerungsteile erreichen sollte. Deshalb ist es wichtig, das Ansteckungsrisiko für die Menschen, die dort arbeiten, möglichst zu reduzieren.“

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