NRW erlaubt keine Not-Schlachtungen wegen „Schweine-Stau“

Nordrhein-Westfalen wird keine Notschlachtungen von Schweinen wegen Platzmangels in den Ställen erlauben. Das hat NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Freitag in einer Sondersitzung im Düsseldorfer Landtag klargestellt. Eine Tötung von Tieren aus dem Bestand schließe das Tierschutzgesetz aus, sagte sie im Landwirtschaftsausschuss. „Wir werden das nicht unterstützen, falls Anträge kommen sollten.“

17.07.2020, 10:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ursula Heinen-Esser (CDU), Landwirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, bei einer Sondersitzung des Landwirtschaftsausschusses. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Ursula Heinen-Esser (CDU), Landwirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, bei einer Sondersitzung des Landwirtschaftsausschusses. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Der Ausschuss trat mitten in der Sommerpause zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um die Folgen des „Schweine-Staus“ zu erörtern, der nach Coronabedingten Schließungen von Schlachthöfen in Mastbetrieben entstanden ist.

Dass der Großschlachter Tönnies nun wieder den Betrieb hochfahre, werde die Situation etwas entspannen, sagte Heinen-Esser. Die Lage werde aber über die gesamte Zeit der Corona-Pandemie angespannt bleiben. Niemand könne davon ausgehen, dass die Schlachtkapazitäten wieder so hochgefahren würden wie vor der Corona-Krise. Ein Systemwandel sei nötig.

Für die betroffene Branche gebe es derzeit mehrere Probleme, erklärte die Ministerin: Neben dem „Schweine-Stau“ in den Ställen, hätten die Erzeuger mit Preisverfall zu kämpfen und müssten sich auf deutlich höhere Hygiene- und Arbeitsschutzstandards einstellen. Zudem seien nun viele Mitarbeiter in die Sommerferien nach Hause gefahren. Die personelle Lage werde sich erst Mitte September wieder entspannen.

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