NRW: Corona-Massentests in Betrieben werden günstiger

Coronavirus

Ein Corona-Test ist teuer. Eine Vereinigung von Unternehmensverbänden sorgt nun für kostengünstige Massentests für alle Mitarbeiter samt Familien. Allerdings gibt es Bedingungen.

Düsseldorf

26.07.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unternehmerverbände vermitteln künftig für Betriebe präventive Tests auf das Coronavirus.

Unternehmerverbände vermitteln künftig für Betriebe präventive Tests auf das Coronavirus. © picture alliance/dpa

Der Massenausbruch beim Fleischhersteller Tönnies in NRW, die Vielzahl von Corona-Infektionen bei Wiesenhof in Niedersachsen: Auch wenn es sich hierbei in beiden Fällen um die Schlachtbranche handelt, wird hieran deutlich, dass sich das Coronavirus vor allem in Unternehmen schnell verbreiten kann. Nun gibt es eine Initiative, die einer Weitergabe des Virus innerhalb eines Betriebs entgegenwirken soll.

Die Landesvereinigung der Unternehmensverbände NRW, die Unternehmerverbände Niedersachsen und die Dienstleistungsgesellschaft der Norddeutschen Wirtschaft haben nun ein Konzept für Virus- und Antikörpertests für Wirtschaftsbetriebe erarbeitet. Im Mittelpunkt: die Vermittlung von günstigen Massentests.

Quarantäne-Maßnahmen vermeiden

Betriebe in NRW können nun prophylaktisch Corona-Tests für ganze Belegschaften oder einzelne Teams samt Familienangehörigen durchführen lassen, ohne dass sie dazu verpflichtet sind. Das könne sinnvoll sein, wenn Quarantäne-Maßnahmen vermieden werden sollen oder Geschäftspartner entsprechende Sicherheiten fordern, heißt es beim Unternehmerverband. Bei regelmäßigen Tests wären die Unternehmen dann auch in der Lage, entsprechende Erklärungen gegenüber Geschäftspartnern abzugeben.

Das Tolle: Für die Tests können sich mehrere Unternehmen zusammentun - gerade für kleinere Betriebe eine sinnvolle Sache. Bedingung sind mindestens 25 Tests pro Standort und Termin. Die Tests kosten 55 Euro plus Umsatzsteuer, ab 200 Tests nur 45 Euro. Ein privater Test bei einem Menschen, der keine Symptome hat oder von seinem Arzt nicht als begründeter Verdachtsfall eingestuft wird, geht schnell mal in den dreistelligen Bereich. Jüngste Ausnahme sind Gratis-Tests an Flughäfen für Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten.

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Die Initiative der Unternehmerverbände fällt in eine Zeit wieder steigender Infektionszahlen, in der die selbst initiierten Tests aber deutlich abnehmen, weil die Krankenkassen die Kosten dafür in der Regel nicht mehr übernehmen. Das tun sie nur noch in begründeten Verdachtsfällen, also noch bei akuten und sehr typischen Symptomen wie dem Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns, Verdacht auf Lungenentzündung oder nach Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person oder einer Person bestand.

Wer solche Tests in seinem Unternehmen durchführen lassen will, soll dies bis zum 5. August anmelden – und zwar über das Onlineportal der Dienstleistungsgesellschaft der Norddeutschen Wirtschaft (DNW) anmelden.

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