NRW bei neuen Windrädern vorne dabei: Ausbau aber schleppend

Der Ausbau der Windkraft hat in Nordrhein-Westfalen zuletzt ein wenig mehr Fahrt aufgenommen. Bis Ende Juni sind im bevölkerungsreichsten Bundesland 28 Windräder mit einer Leistung von 73 Megawatt neu installiert worden. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Fachagentur Windenergie an Land hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Da auch einige Anlagen stillgelegt wurden, lag der sogenannte Nettozubau in NRW im ersten Halbjahr bei 64 Megawatt. Lediglich in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz war diese Zahl größer.

17.07.2020, 14:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Auto fährt in der Morgendämmerung in der Nähe von drei Windrädern vorbei. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Ein Auto fährt in der Morgendämmerung in der Nähe von drei Windrädern vorbei. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag der Nettozubau in Nordrhein-Westfalen bei gerade einmal knapp 25 Megawatt. Doch obwohl der Ausbau sowohl im Land als auch auf Bundesebene deutlich zugenommen hat, stellen die Experten ihm in ihrer Auswertung kein gutes Zeugnis aus: Die Zahl der neu installierten Windräder in Deutschland war in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 zwar mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum - es war aber dennoch das zweitschwächste Ausbau-Halbjahr der vergangenen 15 Jahre.

Ökostrom aus Wind ist ein zentraler Pfeiler der Energiewende - dem Umstieg von fossilen auf klimafreundlichere erneuerbare Energiequellen. Seit einiger Zeit aber stockt der Ausbau vor allem der Windkraft an Land. Als Hauptgründe gelten lange Genehmigungsverfahren, zu wenig Flächen für neue Windparks und viele Klagen von Anwohnern. So gibt es immer wieder Streit um den Mindestabstand zwischen Windrädern und Wohnhäusern.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) kündigte zuletzt an, er werde „zeitnah eine Lösung für einen akzeptanzsichernden Ausbau der Windenergie vorlegen“. Klar sei aber, dass der Bedarf ohne die Energie von den windstarken Küsten nicht zu decken sei.

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