Nordkorea führt neue Waffentests durch

Konflikte

Im November hatte Nordkorea zuletzt Raketen abgefeuert, seither aber Abstand von weiteren Tests unternommen. Nun hat das Land laut Südkorea erneut Projektile abgeschossen.

Seoul

02.03.2020, 09:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Laut Informationen aus Südkorea und Japan hat Nordkorea erneut Waffentests durchgeführt.

Laut Informationen aus Südkorea und Japan hat Nordkorea erneut Waffentests durchgeführt. © picture alliance/dpa

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs mindestens zwei nicht identifizierte Projektile in Richtung offenes Meer abgefeuert. Es war zunächst unklar, um welche Art Geschosse es sich gehandelt habe, teilte der Generalstab am Montag mit. Die Geschosse seien bei Wonsan an der Ostküste abgefeuert worden.

Auch Japan bestätigte den Waffentest, das Verteidigungsministerium in Tokio sprach aber in einer Mitteilung von „ballistischen Raketen“. Tests mit solchen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können, sind Nordkorea durch UN-Resolutionen untersagt.

Es war der erste Testflug von Waffen, seitdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Ende des vergangenen Jahres damit gedroht hatte, die Welt werde in naher Zukunft eine „neue strategische Waffe“ seines Landes erleben. Auch hatte Kim erklärt, dass sich Pjöngjang grundsätzlich nicht mehr an sein Moratorium für Tests von Atombomben und Interkontinentalraketen gebunden sehe.

Stockende Nuklearverhandlungen mit den USA

Hintergrund sind die stockenden Nuklearverhandlungen der kommunistischen Führung mit den USA. Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen beider Länder im Februar 2019 in Vietnam kommen die Gespräche nicht mehr voran.

Zuletzt hatte Nordkorea Ende November Raketen abgefeuert, die laut Südkorea von einem großen Mehrfachraketenwerfer ausgingen. Seitdem nahm Nordkorea zunächst Abstand von weiteren Raketentests.

In Südkorea wurde spekuliert, die Unterbrechung könnte eventuell damit zu tun haben, dass sich Pjöngjang gegenwärtig darauf konzentriert, eine Einschleppung des Covid-19-Erregers zu verhindern.

RND/dpa