Niederländische Küstenprovinz Zeeland verbietet Tourismus

Die bei Reisenden aus NRW beliebte niederländische Küstenprovinz Zeeland hat Übernachtungen von Touristen verboten. Alle Besucher mussten am Montag bis 12 Uhr ihre Unterkünfte verlassen haben, wie die Behörden mitteilten. Sie hatten im Zusammenhang mit der Corona-Krise am Wochenende eine Notverordnung erlassen, die vorerst bis zum 10. Mai gilt. Von den jährlich rund zehn Millionen touristischen Übernachtungen in der Küstenprovinz im Südwesten des Landes werden mehr als vier Millionen von Deutschen gebucht.

30.03.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stephan Holthoff-Pförtner (CDU). Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Stephan Holthoff-Pförtner (CDU). Foto: Roland Weihrauch/dpa/Archivbild

Die Provinz befürchtet eine Überlastung des Gesundheitssystems. „Bei einem Zustrom von Touristen, die medizinische Hilfe brauchen, können wir nicht helfen“, hieß es auf ihrer Homepage. Das Übernachtungsverbot gilt für Bungalowparks, Campings und Hotels, aber auch für Unterkünfte bei Privatleuten und Jachthafen. Touristen dürfen zudem nicht in ihren eigenen Ferienwohnungen übernachten. Alle Maßnahmen gelten den Angaben zufolge auch für Besucher aus den Niederlanden.

Nordrhein-Westfalens Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) betonte, dass die deutsch-niederländischen Grenze nicht geschlossen werde. „Offene Grenzen sind eine große Errungenschaft der Europäischen Union. Die deutsch-niederländische Grenze ist weiterhin offen, auch um Lieferketten und wichtige Versorgungsströme nicht zu unterbrechen und die Mobilität von Berufspendlern der kritischen Infrastruktur über Grenzen hinweg zu sichern“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). Eine Taskforce von Nordrhein-Westfalen, Belgien und den Niederlanden synchronisiere die gemeinsamen Aktivitäten im Kampf gegen Corona.

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