Totes Baby im Altkleider-Container: Hinweis auf „Mias“ Mutter

Kriminalität

Auch mehr als ein Jahr nach dem Fund des toten Babys „Mia“ in einer Altkleidersortieranlage sucht die Duisburger Polizei noch nach der Mutter. Jetzt gibt es neue Hinweise.

Duisburg

12.03.2020, 14:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein im Fall des toten Babys «Mia» gefundenes Stoffstück könnte womöglich ein spezieller Waschhandschuh sein, wie er im türkischen Dampfbad Hamam benutzt wird.

Ein im Fall des toten Babys „Mia“ gefundenes Stoffstück könnte womöglich ein spezieller Waschhandschuh sein, wie er im türkischen Dampfbad Hamam benutzt wird. © picture alliance/dpa

Mehr als ein Jahr nach dem Fund des toten Babys „Mia“ zwischen Altkleidern in Polen hofft die Duisburger Polizei mit neuen Erkenntnissen bei der bislang vergeblichen Suche nach der Mutter weiterzukommen. Ein Waschhandschuh, der bei dem Neugeborenen gefunden worden war, sei selbstgenäht. Das habe eine erneute Untersuchung gezeigt, teilte die Polizei Duisburg am Donnerstag mit. Ein Experte des Landeskriminalamtes habe festgestellt, dass der Waschhandschuh mit einer heimischen Overlock-Nähmaschine hergestellt wurde.

Die Polizei geht schon länger davon aus, dass es sich bei dem Teil aus türkisem Kreppstoff um einen Waschhandschuh handelt, wie er etwa in türkischen oder bulgarischen Dampfbädern genutzt wird. Mit Plakaten mit diesen Informationen appelliert die Polizei abermals an die Bevölkerung, Hinweise auf die Mutter oder zur möglichen Herkunft des Handschuhs zu melden.

„Wir wollen nicht, dass einem Geschwisterkind dasselbe passiert“

Bislang hat die Polizei nur minimale Anhaltspunkte, um das Schicksal des toten Kindes aufzuklären: Das tote Neugeborene war im November 2018 in einer polnischen Altkleidersortieranlage entdeckt worden. Die Kleidersammlung stammte aus Duisburg. Ein späteres Gewebegutachten des Kindes hatte zudem ergeben, dass auch seine Mutter in der Region gelebt haben muss.

„Wir nehmen jeden noch so kleinen Ansatz, um zu klären, was mit Mia geschehen ist“, bekräftigte eine Polizeisprecherin. Hintergrund sei auch ein präventiver Gedanke: Die Erfahrung zeige, dass Frauen in ähnlichen Fällen ihr Verhalten nicht änderten. „Wir wollen nicht, dass einem Geschwisterkind dasselbe passiert“, sagte die Sprecherin.

dpa

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