Nagelsmann will positiv denken und peilt Club-Rekord an

Verloren hat RB Leipzig gegen Gladbach in der Bundesliga in acht Duellen (15:8 Tore) noch nicht. Daher geht der Spitzenreiter - allen voran Coach Nagelsmann - auch positiv ins Auswärtsspiel bei der Borussia. Die unbezwungenen Sachsen wollen den Startrekord.

30.10.2020, 13:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenige Worte sind manchmal mehr. Das trifft bei Julian Nagelsmann gerade nur in Bezug auf die Auswertung der 0:5-Klatsche bei Manchester United mit seinen Spielern vor dem Spitzenspiel in der Bundesliga zu. „Natürlich ist da die Frage des Trainers: Wie arbeitest du es auf. Besprichst du extrem viele Dinge oder lässt du es einfach mal geschehen und konzentrierst dich auf das was kommt. Wir können es eh nicht mehr vergessen machen“, sagte Nagelsmann vor dem Spitzenspiel an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Borussia Mönchengladbach.

Dann sprudelte es nur so aus ihm heraus. Redegewandt, offensiv und analysierend dachte der 33 Jahre alte Fußball-Lehrer vor dem Flug nach Nordrhein-Westfalen am Freitag nur an eins: Positiv denken. Er wolle sich auf die schönen Dinge mit RB konzentrieren und nach vorne schauen. „Wir können jetzt den besten Saisonstart der Club-Geschichte machen mit 16 von 18 Punkten - wir haben auch einige positive Dinge, auf die wir schauen. Ich glaube, dass das der viel bessere Weg ist“, betonte Nagelsmann.

In seiner Manchester-Analyse nahm er dem gebürtigen Leipziger Marco Rose die Erklärung für den Borussia-Einbruch in den Schlussphasen zuletzt gleich mit ab: „Bei Gladbach ist es auch so, dass sie viel Aufwand betreiben und nicht immer erreichen, den Gegner frühzeitig in Richtung Niederlage zu drücken. Dann wird ein Spiel zum Ende immer noch spannender und gepaart mit den Belastungen in den Beinen kann es mal passieren, dass du dann ein paar Tore kriegst.“ Nagelsmann betonte, dass dann oft „das Killer-Gen fehlt“ und fügte schmunzelnd an: „Wir hoffen, dass sie die Anfälligkeit in der letzten Viertelstunde beibehalten und wir dann zuschlagen können.“

Grundsätzlich glaubt Nagelsmann, dass Trainerkollege Rose als Ex-Salzburger mit einer RB-DNA eine ähnliche Idee verfolgt wie die Sachsen. „Die Gladbacher wissen wie wir, dass man in den Phasen von vielen Spielen nicht zwingend eine Idee übers Personal wählt, sondern erstmal sagt: wer ist frisch, wer soll unbedingt spielen, man versuchte eine gute Passung zwischen den eigenen und den Spielern des Gegners zu finden.“

Der RB-Cheftrainer muss auf jeden Fall auf Nordi Mukiele (Muskelprobleme) verzichten, zudem fallen Lukas Klostermann (Knie-Operation) und Konrad Laimer (Reha) noch nicht bereit. Dafür könnte Tyler Adams, der noch über Schmerzen klagt, auflaufen. Auch der zuletzt mit einem positiven Corona-Test fehlende Amadou Haidara ist wieder gesund und einsatzbereit. Drei bis vier Wechsel könnte sich der RB-Coach aber vorstellen.

Von der Borussia, die er spielerisch zu den stärksten Mannschaften zählt, erwartet er „ein hohes Pressing und schnelles Umschaltverhalten. Das machen sie auch gut, da haben sie eine extrem große Stärke“, erklärte Nagelsmann, auch wenn es schwer wird, diese Spielweise nach der kurzen Regeneration 90 Minuten durchzuhalten.

Der Bundesliga-Spitzenreiter hatte einen Tag weniger Zeit als Gladbach, was Nagelsmann klaglos hinnehmen will. Dafür trainierte er am Donnerstag in Manchester auf dem Platz von ManU-Kontrahent City. Wenig Zeit blieb da für Einzelgespräche mit den Spielern. Doch den Rückschlag will der ehrgeizige Coach auch nicht überbewerten. „Es ist nun mal so, dass der Erfolg eine Treppe ist und leider keine Tür. Wir sind jetzt ein paar Mal durch eine Tür gegangen, aber wir müssen uns immer wieder zeigen, dass wir auch die Treppe laufen müssen, jetzt haben wir mal eine Stufe zurück gemacht, um nochmal zu gucken, wo es hin geht. Und jetzt müssen wir wieder eine Stufe nach vorne gehen“, erklärte er seine Philosophie.

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