Verkauf läuft schleppend: Autohändler leiden unter Corona-Krise

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Auto-Käufe stehen bei vielen Menschen derzeit offenbar nicht an oberster Stelle. Autohändler in Selm, Olfen und Nordkirchen beklagen Umsatz-Einbußen. Nur eine Sache läuft weiter wie gewohnt.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 28.04.2020, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag (27.4.) dürfen auch Autohäuser wieder für ihre Kunden öffnen. Nach wochenlanger Schließung erleben die Inhaber der Autohäuser in Selm, Olfen und Nordkirchen allerdings vorerst keinen Ansturm auf ihre Läden. Wie läuft es in den Autohäusern in der Corona-Krise? Wir haben uns umgehört.

Das Autohaus Reher an der Otto-Hahn-Straße in Selm hat seinen örtlichen Verkauf wieder geöffnet. Im Prinzip konnte das Autohaus auch in den vergangenen Wochen Autos verkaufen - jedoch nur online. Genutzt haben das Angebot laut Angaben von Inhaber Stefan Kauke aber nur wenige. „Ganz ehrlich: Die Leute sind total verunsichert“, sagt er. Am Montag seien schon wieder einige Menschen in sein Autohaus gekommen, einen Ansturm hat er jedoch nicht erlebt. „Es hat nicht wesentlich zugenommen“, so Kauke.

In der Werkstatt genug zu tun

Zumindest in der Werkstatt hätten seine Mitarbeiter in den vergangenen Wochen „genug zu tun“ gehabt. Kurzarbeit hatte er zwischenzeitlich nur für seine Mitarbeiter im Verkauf angemeldet. „In der Werkstatt haben sich meine Mitarbeiter Urlaub genommen. Nur hatten sie leider wie alle anderen das Pech, dass sie nicht wegfahren konnten“, so Kauke.

Stefan Kauke vom Autohaus Reher in Selm sagt, seine Kunden seien total verunsichert.

Stefan Kauke vom Autohaus Reher in Selm sagt, seine Kunden seien total verunsichert. © Archiv

Ähnlich ist es auch im Autohaus Horst an der Selmer Kreisstraße. Auch Ludger Horsts Werkstatt hatte zuletzt durchgehend geöffnet. Aber: „Im Moment ist es noch sehr verhalten, was die Kundenberatung angeht.“ Der Inhaber sagt, sein Betrieb leide sehr unter der Corona-Krise.

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Noch seien nicht viele Kunden bei ihm gewesen. Für die wenigen, die bisher kamen, hatte Horst sogar Mundschutz-Masken ausliegen. „Wir statten die Kunden mit Mundschutz-Masken aus, wenn sie keine dabei haben“, sagt er.

Auto-Verkauf um 90 Prozent zurückgegangen

Einen Umsatz-Einbruch hat Sami Januzi vom Autohaus Stever in Olfen erlebt. „Wir hatten zuletzt 50 Prozent weniger Kunden in der Werkstatt“, so Januzi. Der Verkauf sei sogar um 90 Prozent zurückgegangen. Januzi: „Der Auto-Verkauf läuft schleppend. Die Leute halten sich schon zurück. Beratung läuft gerade nur sehr wenig.“

Der Verkauf beim Olfener Autohändler Sami Januzi ist um 90 Prozent zurückgegangen.

Der Verkauf beim Olfener Autohändler Sami Januzi ist um 90 Prozent zurückgegangen. © Anna Knopp

Die Kunden hätten jedoch alle Mundschutz-Masken dabei. „Da halten sich wirklich alle dran“, sagt er. Ob sich die Situation bald wieder für ihn bessert? „Wer weiß das schon, aber ich hoffe natürlich, dass es bald wieder normal läuft.“

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Seine Mitarbeiter hat er zuletzt in die Kurzarbeit geschickt. „Normalerweise sind wir zu sechst. Aktuell arbeiten wir nur noch zu zweit, der Rest ist in Kurzarbeit“, so Januzi.

„Es kommen nur die, die wirklich ein Auto brauchen“

Das Autohaus Thygs an der Bahnhofstraße in Capelle ist der einzige Toyota-Händler in der Region, der derzeit geöffnet hat. Toyota Weller in Lüdinghausen sowie Muermann in Kamen haben ihre Läden „komplett dicht gemacht oder stehen vor einem Inhaberwechsel“, wie Carsten Thygs berichtet. In seinem Autohaus läuft der Verkauf zurzeit auf Sparflamme: „Die Leute kommen jetzt nicht her und machen Lustkäufe. Es kommen nur die, die aktuell wirklich ein Auto brauchen“, so Thygs.

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Dass das so ist, stört ihn aber nicht gewaltig - aus einem einfachen Grund: „Der Toyota Yaris steht vor einem Modellwechsel im Spätsommer. Deshalb ist es mir lieber, die Leute kommen nach den Sommerferien, sodass ich ihnen direkt das neue Modell anbieten kann.“ Trotzdem glaubt er: „In diesem Jahr verkaufe ich sicherlich weniger Neuwagen als letztes Jahr.“

Reifenwechsel-Stress

Die Werkstatt hatte in den vergangenen Wochen aber ebenfalls durchgehend geöffnet. „Da haben wir gut zu tun und sind zurzeit im Reifenwechsel-Stress.“ Deshalb war zuletzt auch Kurzarbeit für seine Mitarbeiter kein Thema.

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