Nach Unilever wollen auch Rewe und Müller ihre „Zigeunersauce“ umbenennen

Umbenennung

Neben Knorr möchten nun auch andere Marken ihre „Zigeunersauce“ umbenennen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband spricht sich ebenfalls für eine diskriminierungsfreie Sprache aus.

18.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Neben Knorr möchten nun auch andere Marken ihre „Zigeunersauce“ umbenennen. (Symbolbild)

Neben Knorr möchten nun auch andere Marken ihre „Zigeunersauce“ umbenennen. (Symbolbild) © picture alliance / dpa

Nicht nur Unilever möchte den Begriff „Zigeuner“ von seinen Verpackungen streichen: Auch die Lebensmittelhersteller Rewe und Müller planen eine Umbenennung. Die Rewe Group bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass bei Penny und Rewe der Begriff bei den betroffenen Eigenmarken nicht mehr verwendet werden soll. „Über Details dazu werden wir zu einem späteren Zeitpunkt informieren“, so die Sprecherin. Ein Vertreter des Mutterkonzerns Müller sagte ebenfalls, dass die „Zigeunersauce“ von Homann Feinkost „beim nächsten Relaunch des Verpackungsdesigns“ einen neuen Namen bekommen wird. Es sei niemals die Intention gewesen, mit dem Begriff zu diskriminieren, so der Konzernsprecher.

Veraltete Sammelbezeichnung

Der Begriff „Zigeuner“ ist eine veraltete Sammelbezeichnung für verschiedene Volksgruppen. Der Zentralrat der in Deutschland vor allem lebenden Volksgruppen Sinti und Roma nennt den Begriff „eine von Klischees überlagerte Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft, die von den meisten Angehörigen der Minderheit als diskriminierend abgelehnt wird“.

„Bedachte Sprache“

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband spricht sich für bedachte Sprache aus. „Gute Gastfreundschaft ist geprägt durch eine respektvolle Beziehung zwischen Gastgeber und Gast. Dazu gehört natürlich auch die passende Wortwahl, die nicht verletzend und diskriminierend sein darf“, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Deutschen Presse-Agentur. Sofern sich die Bewertung bestimmter Begriffe ändere, informiere der Verband die Branche stets darüber. „Es sollte allerdings die Entscheidung des Unternehmers sein, ob und wann er seine Speisekarte im Lichte gesellschaftlicher Debatten anpasst“, sagte Hartges.

RND/am mit dpa

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