Nach 1000-Grad-Feuer: A40 wochenlang gesperrt - auch Bahnpendler von Sperrungen betroffen

Unfall

Ein Abschnitt der A40 wird nach einem Tanklaster-Brand für eine lange Zeit gesperrt bleiben. Das Ausmaß der Schäden ist enorm. Und auch der Zugverkehr ist massiv betroffen.

Mülheim an der Ruhr

20.09.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Feuerwehrleute stehen an dem ausgebrannten Tanklaster auf der A40. Der mit 35.000 Litern Kraftstoff beladene Tanklastzug hatte Feuer gefangen.

Feuerwehrleute stehen an dem ausgebrannten Tanklaster auf der A40. Der mit 35.000 Litern Kraftstoff beladene Tanklastzug hatte Feuer gefangen. © picture alliance/dpa

Nach dem schweren Tanklastzug-Unfall mit zwei schwer Verletzten bleibt die Schlagader des Ruhrgebiets, die A 40, noch mindestens zwei Wochen lang gesperrt. So lange dauert der Abriss einer bei dem Unfall am Donnerstag stark beschädigten Eisenbahnbrücke über die Autobahn, der Anfang der kommenden Woche beginnen soll. Das sagten Vertreter der Bahn und von Straßen.NRW am Freitag am Unfallort in Mülheim/Ruhr.

Nach dem Brückenabriss muss auch noch der Asphalt auf der Fahrbahn an der Unfallstelle ausgetauscht werden. Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen zwischen dem Autobahnkreuz Kaiserberg und der Anschlussstelle Mülheim-Dümpten gesperrt. Die A40 wird an der Stelle normalerweise von täglich rund 70 000 bis 90 000 Autos befahren, wie der zuständige Abschnittsleiter von Straßen.NRW, Joachim von Bebber, sagte. Viele der Pendler würden sich wohl Ausweichwege suchen, dennoch sei mit deutlichen Behinderungen zu rechnen.

Massive Behinderungen bei der Bahn

Die Bahnstrecke zwischen Duisburg und Essen, auf der das komplette Zugangebot von der S-Bahn bis zum ICE verkehrt, bleibt zunächst gesperrt. Die Deutsche Bahn teilte am Samstag mit, das derzeit aufgrund von geplanten Bauarbeiten bestehende Ersatzverkehrskonzept werde zunächst bis 27. September fortgesetzt. Alle beteiligten Zugbetreiber arbeiteten gemeinsam daran, es für die Zukunft zu optimieren.

Der Ersatzverkehr mit Bussen war vor dem Unfall zum Teil über die A40 geleitet worden. Da die Autobahn aber nach dem Unglück noch rund zwei Wochen gesperrt bleibt, werden Ausweichrouten geplant. Auch Bahnpendler müssen sich auf Verspätungen einstellen. In den Bussen gibt es keinen Fahrkartenverkauf. Sie müssen online über die Apps der Verkehrsunternehmen oder an Automaten und Schaltern erworben werden.

Feuer bis zu 1000 Grad heiß

Der Lastwagenunfall war am Donnerstag an einer denkbar sensiblen Stelle passiert: Über der Unfallstelle verlaufen fünf Eisenbahnbrücken, von denen eine eher für betriebliche Zwecke und die vier anderen für das komplette Zugangebot von der S-Bahn bis zum ICE eingesetzt werden. „Wir brauchen alle Brücken“, sagte der zuständige Bahnmanager Ali Dogru von der DB Netz AG am Freitag.

Der alkoholisierte Fahrer des Lastwagens war laut Polizei nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, gegen eine Abgrenzung geprallt und dann in die linksseitige Betonabgrenzung unter den Brücken gefahren, wo der Transporter zum Stehen kam. Der Tanklastzug geriet in Flammen. 35.000 Liter Kraftstoff verbrannten vor allem unter der mittleren der fünf Brückenbauwerke.

Erst nach mehr als einer Stunde war das Feuer gelöscht. Die Flammen waren nach Angaben der Feuerwehr zeitweise 15 bis 20 Meter hoch geschlagen. Bis zu 1000 Grad heiß sei das Feuer unter der mittleren Brücke gewesen, sagte Dogru. Das habe der Stahl nicht ausgehalten. Die Brücke sei nach Auskunft eines Statikers abbruchreif.

Mobile Ersatzbrücke soll entstehen

Auch die übrigen Brücken müssten noch genauer untersucht werden. Die Bahn steht vor mühsamen und teuren Arbeiten: Anfang der Woche soll damit begonnen werden, die mittlere Brücke abzutragen. Wenn die Reste beseitigt sind, will die Bahn eine mobile Ersatzbrücke errichten, die natürlich angeschlossen, mit Oberleitung ausgestattet und abgenommen werden muss.

All das wird dauern - voraussichtlich Monate. Möglichst bald wird die Bahn mitteilen, wie sie sich den Ausweichverkehr zwischen den Ruhrgebietsgroßstädten Essen und Duisburg in der Zwischenzeit vorstellt. Zu den Kosten sagten die Bahnvertreter nichts. Der Austausch der Fahrbahn koste rund 60 000 Euro, sagte Bebber.

dpa

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