Nach Feuer im Zoo: Krefeld plant Affenhaltung mit mehr Fläche

Tiere

Nach dem Brand im Krefelder Affenhaus plant der Zoo für die Zukunft. Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans sollen demnach mehr Platz bekommen. Die Spenden dafür fließen weiter.

Krefeld

04.06.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Planung für eine Erweiterung der Fläche des Krefelder Zoos für den neuen Affenpark wurde am Donnerstag im Rathaus vorgestellt.

Die Planung für eine Erweiterung der Fläche des Krefelder Zoos für den neuen Affenpark wurde am Donnerstag im Rathaus vorgestellt. © picture alliance/dpa

Nach dem verheerenden Brand im Affenhaus in der Nacht zu Neujahr will der Krefelder Zoo Menschenaffen auf deutlich größerer Fläche halten. Für das vorgesehene Artenschutzzentrum Affenpark solle der Tierpark um eine Fläche von 4000 Quadratmetern vergrößert werden, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) am Donnerstag in Krefeld.

Bei dem Feuer waren rund 50 Tiere, darunter acht Menschenaffen, gestorben. Die Gorillas, Orang-Utans und ein Schimpanse lebten teils seit Jahrzehnten im Zoo und waren Publikumslieblinge. Wochenlang bekundeten die Menschen ihre Trauer.

Neue Fläche für Affenhaltung vier Mal so groß wie vor dem Brand

Nach dem Unglück erhielt der Zoo bislang rund 2,5 Millionen Euro an Spenden für das geplante Artenschutzzentrum Affenpark, welches das abgebrannte Affentropenhaus ersetzen soll. Auslöser des Feuers war nach den Ermittlungen der Polizei eine Himmelslaterne, die an Silvester gezündet worden war.

„Nun können wir mit der Fläche planen“, kommentierte Zoodirektor Wolfgang Dreßen die geplante Vergrößerung. Das Gelände gehört der Stadt und grenzt direkt an das Zoogelände, wo bislang das Affenhaus stand. Damit vergrößert sich der Bereich, wo die Menschenaffen gehalten werden, um das Vierfache auf zwei Hektar.

Nur sieben Gorillas und zwei Schimpansen hatten das Feuer überlebt

Die präsentierten Pläne seien eine Vision, betonte Dreßen. Die Anlagen könnten nach und nach entstehen. Die Zahl der dort gehaltenen Menschenaffen solle erhöht werden. In zwei bis vier Jahren könnten wieder Orang-Utans nach Krefeld kommen.

Im Zoo leben noch sieben Gorillas, die das Feuer unverletzt überstanden. Orang-Utans gibt es derzeit dort nicht, zwei Schimpansen hatten die Flammen leicht verletzt überlebt. „Körperlich wie psychisch sind sie stabil“, berichtete Dreßen über die Schimpansen-Dame Bally (46) und den 27 Jahre alte Limbo, der eigentlich das Alphamännchen der Herde werden sollte.

Beide sollen nun an andere Zoos vermittelt werden. „Wir denken, dass wir uns bis zu Jahresende von ihnen verabschieden“, sagte Dreßen. Die vier Pfleger des Affenhauses hätten neue Aufgaben bekommen.

Kosten für den neuen Affenpark sollen mehr als 20 Millionen Euro betragen

Getragen wird der Zoo von der Stadt und dem Verein der Zoofreunde. Dessen Vorsitzender Friedrich Berlemann berichtete: „Es gibt immer noch kleine Spenden“. Wann der Affenpark fertig werden kann, blieb unklar. Die Kosten sollen über 20 Millionen Euro betragen. Der Aufsichtsrat des Zoos setzt auch auf Gelder vom Land, eine Zusage gebe es aber noch nicht.

Die Ermittlungen wegen des Brandes sollen bald abgeschlossen werden. „Die Fragen, die wir noch hatten, können wir zunehmend beantworten“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Stahl am Donnerstag in Krefeld. Man hoffe, die Öffentlichkeit nach den Sommerferien über die Ergebnisse unterrichten zu können. Nach wie vor stehen drei Frauen unter Verdacht, das verheerende Feuer durch sogenannte Himmelslaternen fahrlässig verursacht zu haben.

dpa

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