Nach Corona-Fall in Kita in Werne: „Die Situation ist für alle hart“

dzCorona-Fall in Kita

Ein Kind, das die DRK-Kita „Pfiffikus“ in Werne besucht, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nun sind rund 25 Kinder und drei Erzieherinnen in Quarantäne. Eine Familie erzählt.

Werne

, 15.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Familie Kleber* (*Name geändert) aus Werne lautet die Devise am Montag: warten und noch schnell den Großeinkauf erledigen, bevor am Dienstag der schlimmste Fall - nämlich ein positiver Corona-Befund - die Familie erreichen könnte. Denn eines der zwei Kinder der Familie besucht die Gruppe der DRK-Kita „Pfiffikus“, in der am Wochenende ein positiver Corona-Fall bekannt geworden war.

„Ich habe Samstag am späten Nachmittag einen Anruf vom Gesundheitsamt bekommen“, sagt Mutter Lisa* Kleber (*Name geändert). Vorher seien schon Nachrichten in der Kita-Whatsapp-Gruppe eingetrudelt, in denen Eltern von den Anrufen des Gesundheitsamtes berichtet hatten. „Dann kam kurze Zeit später der Anruf, dass mein Kind Kontakt zu einem positiv getesteten Kind hatte und rückwirkend seit dem 10. Juni in Quarantäne geschickt wird“, so Mutter Lisa.

Mutter hat Husten, Kind hat Atemnot

Am Montagmorgen folgte dann die Testung der knapp 25 Kinder und drei Erzieherinnen an der DRK-Kita durch das Gesundheitsamt des Kreises Unna, das hier die Federführung hat. Mutter Lisa ließ ihre beiden Kinder und sich selbst testen, da nicht nur ihr Kind in der betroffenen Gruppe, sondern auch sie selbst Symptome habe. „Ich habe Husten, das kann aber auch nur ein Schnupfen sein“, sagt die Mutter.

Weil ihr Kind schon Freitagnacht Schwierigkeiten beim Ausatmen gehabt habe, sei die Mutter mit ihm in die Kinderklinik gefahren, wo die Familie Medikamente bekommen hat, damit das Kind wieder leichter atmen kann. Auch wenn es sich möglicherweise nur um eine Erkältung handele: „Wenn das eigene Kind vor einem steht und sagt: ‚Ich habe Angst, ich kriege keine Luft‘, dann ist das nicht so schön“, sagt Lisa Kleber.

Bis zum 24. Juni muss das Kind der Klebers nun in Quarantäne bleiben - daran ändert der Ausgang des Tests - ob positiv oder negativ - nichts. „Die Quarantäne wird nicht verkürzt“, hatte der Jugenddezernent der Stadt Werne, Alexander Ruhe, zu den Fällen bereits am vergangenen Sonntag verdeutlicht.

Das zweite Kind der Familie Kleber, das zwar auch die DRK-Kita, aber eine andere Gruppe besucht, könnte weiter in die Kita gehen. Ebenso wie die Eltern weiter zur Arbeit gehen dürften - für sie gilt die Quarantäne nicht, da sie keinen direkten Kontakt zu dem am Wochenende positiv getesteten Kind in der DRK-Kita hatten. „Es ist nicht sinnvoll, dass die Familie nicht in Quarantäne ist“, sagt Mutter Lisa. Auch wenn sie daran denkt, dass die Familie am Wochenende natürlich noch draußen unterwegs war. Doch die Stadt Werne hatte am vergangenen Sonntag bereits erklärt: „Weitere Maßnahmen sind nach Aussage des Kreisgesundheitsamtes zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich.“

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Die Testergebnisse werden für Dienstag (16. Juni) erwartet

Für die Familie Kleber sowie für die anderen Familien der 25 Kinder bedeutet die Quarantäne ihres Kindes nun eine 180-Grad-Wende im eigenen Alltag. „Die Situation ist für alle hart.“ Mutter Lisa Kleber hat gemeinsam mit ihrem Mann besprochen, dass sie für die Dauer der Quarantäne mit ihrem Kind zu Hause bleibt. Ihr eigener Arbeitgeber sei zwar nicht begeistert gewesen, habe aber Verständnis gehabt. „Falls wir in Quarantäne kommen, müssen wir auch überlegen, wie wir das mit unserem Hund regeln“, so Lisa Kleber. Der Sommerurlaub sei zwar erst für Juli geplant, doch aus das könne knapp werden, wenn jemand aus der Familie positiv getestet wird.

Die Ergebnisse der Testung werden am Dienstag (16. Juni) erwartet. „Derzeit kann man da eine 24-Stunden-Frist, bis die Ergebnisse da sind, gewährleisten“, hatte der Jugenddezernent der Stadt Werne, Alexander Ruhe, am vergangenen Sonntag erklärt. Die positiven Ergebnisse werde das Gesundheitsamt den Familien direkt am Dienstag mitteilen, erklärte Lisa Kleber. Die negativen Ergebnisse werde die Kita-Leitung den betroffenen Familien in den darauffolgenden Tagen im Namen des Kreises mitteilen.

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