Moscheen leer: Aber Imame möchten weiter zum Gebet rufen

Der Gebetsraum bleibt wegen der Corona-Ansteckungsgefahr leer, aber Imame der Kölner Zentralmoschee möchten weiterhin zum Gebet rufen. „Das ist emotional wichtig“, sagte der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM), Zekeriya Altuğ. Den Gebetsruf digital zu streamen sei bisher nicht geplant. Der Gebetsruf sei für die Gemeindemitglieder ein Zeichen „der individuellen und persönlichen Freiheit und Beheimatung“ und solle deshalb nicht verstummen.

19.03.2020, 06:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Die Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Bereits am Sonntag hatte der Koordinierungsrat mitgeteilt, dass die Pflichtgebete in Moscheen wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt werden. Fünf Gebete über den Tag verteilt sind für Muslime verpflichtend. Normalerweise wird empfohlen, sie in der Gemeinschaft zu verrichten.

In der Kölner Zentralmoschee - der nach eigenen Angaben größten Moschee in Deutschland - fänden sich zu den fünf Pflichtgebeten normalerweise im Schnitt 100 bis 200 Leute ein, berichtet Altuğ. Das wöchentliche Freitagsgebet in der Moschee zu verrichten, sei für Männer verpflichtend und für Frauen empfohlen. Doch auch diese werden nach Anweisungen des KRM ausgesetzt. An Freitagen beten Altuğ zufolge üblicherweise etwa tausend Menschen in der Moschee in Köln Ehrenfeld.

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