Mordprozess um halb verbrannte Leiche startet

Nach einem Feuer finden Feuerwehrleute in einem Haus in Ostwestfalen eine halb verbrannte Leiche. Die Ermittler werden stutzig. Vor dem Landgericht Paderborn beginnt jetzt der Mordprozess.

08.04.2020, 03:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Außenansicht des Land- und Amtsgerichts in Paderborn. Foto: David Inderlied/dpa/Archivbild

Außenansicht des Land- und Amtsgerichts in Paderborn. Foto: David Inderlied/dpa/Archivbild

Mit der Verlesung der Anklage beginnt heute am Landgericht Paderborn der Mordprozess gegen einen 48 Jahre alter Mann aus Delbrück. Er muss sich auch wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, Mitte Oktober 2019 seinen früheren Pflegevater getötet und dessen Haus in Brand gesetzt zu haben, um die Tat zu vertuschen.

Als dringend tatverdächtig sitzt der 48-Jährige seither in Untersuchungshaft. Die Anklage geht davon aus, dass er den Rentner durch einen Schlag mit einem Vorschlaghammer auf den Kopf getötet hat. Um die Tat zu verdecken, habe er die Leiche angezündet. Das Tatmotiv sehen die Ermittler in Habgier: Der mutmaßliche Täter habe an das Erbe des Rentners kommen wollen. Der 48-Jährige dagegen behauptet, es habe sich um einen Unfall gehandelt.

Bei Löscharbeiten im Erdgeschoss des Wohnhauses hatten Feuerwehrleute vor einem Ofen eine zum Teil bereits verbrannte Leiche gefunden. Der 48 Jahre alte Mitbewohner des Hausbesitzers wurde vom Dach eines Unterstellplatzes für Autos gerettet. Die Obduktion der Leiche bestätigte, dass der 84-jährige Hausbesitzer durch rohe Gewalteinwirkung getötet worden war.

Bis Ende Juni hat das Landgericht zunächst weitere sechs Verhandlungstage angesetzt.

Weitere Meldungen