Mitarbeiter von Karstadt und Kaufhof bitten um rasche Hilfe

Dit Mitarbeiter der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof haben die Bundesregierung angesichts der Coronavirus-Krise um rasche Hilfe für den angeschlagenen Handelsriesen gebeten.

19.03.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Geschlossene Filiale in Oberhausen. Foto: Fabian Strauch/dpa

Geschlossene Filiale in Oberhausen. Foto: Fabian Strauch/dpa

In einem offenen Brief appellierte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl an die Politik, dem Warenhauskonzern bis Montag kommender Woche mit Direkt-Zahlungen ohne bürokratischen Aufwand unter die Arme zu greifen, um die Gehaltszahlungen an die Beschäftigten sicherzustellen. Außerdem forderte er KfW-Bürgschaften ohne Eigenbeteiligung und die Stundung der für März und April fälligen Zahlungen an die Sozialversicherungsträger und Finanzbehörden. Das „Handelsblatt“ hatte zuvor darüber berichtet.

Galeria Karstadt Kaufhof sei - wie die überwiegende Mehrheit aller Handelsunternehmen - durch die Epidemie „massiv wirtschaftlich, ja sogar möglicherweise existenziell betroffen“, betonte Ettl in seinem Brief, der auch an die Bundestagsfraktionen ging. „Das Geschäftsmodell unserer Warenhäuser ist darauf ausgelegt und zwingend angewiesen, täglich Einnahmen zu erzielen, um Löhne, Steuern, Abgaben und fällige Lieferanten- und Versorger-Rechnungen zahlen zu können.“

Die Beschäftigten unterstützten die von Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung einschließlich der angeordneten Ladenschließungen, schrieb der Betriebsrat. Doch seien dadurch der Warenhauskonzern und alle anderen Einzelhändler „dringend auf sofortige staatliche Unterstützung angewiesen, um dem schlimmsten Fall zu entgehen“.

Karstadt Kaufhof kämpfte auch vor der Coronavirus-Krise mit roten Zahlen. Doch hoffte der Konzern, nach harten Sanierungsschritten die größten Hürden auf dem Weg in eine bessere Zukunft genommen zu haben. Die angeordneten Ladenschließungen sind ein massiver Rückschlag. Aktuell bemüht sich das Unternehmen, möglichst viele der Lebensmittel- und Drogeriewaren-Abteilungen in den ansonsten geschlossenen Kaufhäusern offen zu halten.

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