In Eigenregie den Garten zu einer echten Wohlfühloase verwandeln? Kein Problem! Mit den Tipps vom Profi kann unter anderem sogar eine Mülltonne zum ökologischen Blumenbeet werden.

26.06.2020, 19:15 Uhr / Lesedauer: 4 min

Trotz zahlreicher Corona-Lockerungen muss in diesem Jahr vielerorts der geplante Sommerurlaub ausfallen. Mit ein paar einfachen und kreativen Ideen lässt sich das Urlaubsgefühl allerdings auch problemlos in den heimischen Garten holen - und mit einigen kann man sogar noch Natur und Umwelt auf die Sprünge helfen.

Unkraut jäten, Rasen mähen und Blumen gießen zählen eher zu den Dingen, die oftmals als lästige, aber notwendige Begleiterscheinungen bei der Gartenarbeit anfallen. Dabei kann man aus der eigenen kleinen Grünfläche beinahe im Handumdrehen und mit den richtigen Tipps eine wahre Wohlfühloase formen.

Michael Schaffrin arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Landschaftsgärtner in Dortmund und hat einige Tricks parat, mit deren Hilfe man seinen Garten auf ökologische Art und Weise verschönern kann.

Landschaftsgärtner Michael Schaffrin. Freizeittipps NRW.

Die Experten, wenn es um das Thema nachhaltige Grünflächen geht: Landschaftsgärtner Michael Schaffrin (Mitte) mit seinen beiden Auszubildenden Sören Weber (links) und Lennart Schaffrin (rechts). © Schaffrin

Tipp 1: Ökologische Dachbegrünung für die Mülltonne

Wer hätte gedacht, dass man selbst seine sonst so schmucklosen und eintönigen Mülltonnen zu einem ansehnlichen Pflanzenbeet umgestalten kann? „Dabei ist das sogar noch vergleichsweise schnell und einfach gemacht“, zerstreut Michael Schaffrin die anfänglichen Bedenken.

Schritt 1: Benötigt werden dafür zunächst handelsübliche Profile, die es in nahezu jedem Baumarkt gibt. Damit wird als erstes der Rahmen des Mülltonnen-Beetes hergestellt. „Der Deckel der Mülltonne wird damit ringsherum eingefasst. Man kann die Profile entweder mit Schrauben und Dübeln befestigen, oder man nutzt einen Kleber für den Außenbereich“, so Schaffrin.

Wichtig zu beachten: Die entstehende Stoßkante sollte mit Silikon abgedichtet werden. Danach kann es weitergehen.

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Schritt 2: Jetzt müssen dem Experten zufolge unterschiedliche Folien in dem Rahmen ausgelegt werden, die nachher für ein gesundes Wachstum der Pflanzen sorgen. Die erste Schicht bildet eine Wurzelschutzfolie. Auf diese verlegte Folie kommt eine Speicherschutzmatte, die nachher als Wasserspeicher für die Blumen und Gräser dient. Außerdem wird darauf noch eine so genannte Dränschicht befestigt, die überschüssiges Wasser später in den Wasserspeicher leitet. Die letzte Schicht bildet ein Filtervlies, dass die Feinanteile in der Erde zurückhält.

Schritt 3: Und dann geht es endgültig ans Eingemachte: „Jetzt füllt man das Beet mit normalem Dachgartensubstrat. Auch das bekommt man im Baumarkt. Damit die Wurzeln der Pflanzen später ausreichend Platz haben, sollte das Substrat knapp sieben Zentimeter hoch aufgetragen werden“, betont Schaffrin.

Zum Schluss kommt das Highlight: die Pflanzen. Hier bieten sich laut Profi vor allem Sedum und Gräser an. Klingt zunächst doch nach vergleichsweise viel Arbeit, oder? „Für eine schön begrünte Mülltonne sollte man schon einen halben Tag Arbeit investieren“, unterstreicht Schaffrin. Aber: der Aufwand lohnt sich.

Mülltonne als Beet. Freizeittipps NRW.

Wem die eigene Mülltonne zu schmucklos ist, der kann sie auch zu einem kleinen Beet umgestalten. © Schaffrin

Tipp 2: Blumenwiese für Biene, Hummel und Co.

Eine weitere Möglichkeit, den heimischen Garten auf ökologische Weise bunt und nachhaltig zu gestalten, ist die eigene kleine Blumenwiese. Wiese? Klingt im ersten Moment nach einer weitläufigen Angelegenheit. Vom Experten gibt es allerdings Entwarnung: „Eine Blumenwiese muss keine große Fläche sein. Schon zehn Quadratmeter können völlig ausreichend sein. Und man bietet den Insekten damit nicht nur neuen Lebensraum, sondern schafft sich selber auch noch ein eigenes schönes Fleckchen.“

Schritt 1: Für eine Blumenwiese eignet sich am ehesten ein Platz, der tagsüber sehr viel Sonne abbekommt. Es kann sich dabei auch um ein Stück Rasenfläche handeln. „Dann muss allerdings erst der vorhandene Rasen abgeschält und der Boden etwas aufgelockert werden“, erklärt Michael Schaffrin.

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Schritt 2: Anschließend muss der Untergrund gerade planiert werden, damit das Beet nachher nicht doch eher nach einer kleinen Hügellandschaft aussieht.

Schritt 3: Sobald man sich eine ebene Fläche geschaffen hat, kann es auch schon an die Pflanzenauswahl gehen. „Gut ist es, wenn man zwischen zehn bis zwölf unterschiedliche Blumensorten auswählt und dabei insbesondere auf mehrjährige Pflanzen zurückgreift. Denn dann hat man in jedem Jahr eine volle Blütenpracht“, so Schaffrin. Und das ganz ohne zusätzlichen Aufwand. Insgesamt sollte man die Aussaatmenge auf fünf bis zehn Gramm pro Quadratmeter begrenzen.

Blumenwiese im eigenen Garten. Freizeittipps NRW.

Eine Blumenwiese bietet nicht nur neuen Lebensraum für Insekten, sondern dient auch als buntes Highlight im eigenen Garten. © Schaffrin

Tipp 3: Deko-Pilze aus Mörtel

Wer allerdings bei der Gestaltung seiner Wohlfühloase doch etwas platzsparender vorgehen möchte, der kann beispielsweise auf selbstgemachte Deko-Pilze zurückgreifen. Dafür braucht man lediglich einen gerade Stock und ein paar leere Blumenkübel.

Schritt 1: Zunächst legt man die Blumenkübel mit einer Folie aus. Diese dienen später als Form für die Pilzhüte. Sollte man gerade keinen Blumenkübel zur Hand haben, kann man im Zweifelsfall auch auf einfache Schüsseln zurückgreifen.

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Schritt 2: Nun füllt man die Form mit Mörtel an. Das Ganze erinnert ein wenig an das Backen eines Kuchens. Allerdings wird die Form nur bis zu einer gewissen Höhe angefüllt, denn: benutzt man zu viel Mörtel, besteht die Gefahr, dass die Pilzhüte schlussendlich zu schwer werden. Anschließend lässt man die Masse aushärten.

Schritt 3: Ist der Mörtel in der Form getrocknet, kann man ihn vorsichtig herauslösen und anschließend umgekehrt mit etwas Klebstoff auf einem Stock befestigten. Schon hat man sich seinen eigenen Deko-Pilz geschaffen, der je nach Bemalung auch noch täuschend echt aussieht.

Deko-Pilze aus Mörtel. Freizeittipps NRW.

Mit der richtigen Bemalung erscheinen die eigenen Deko-Pilze täuschend echt. © Marius Paul

Tipp 4: Eine Holzpalette als rustikales Hochbeet

Selbst eine einfache Holzpalette kann mit ein paar Handgriffen zu einem kleinen Garten-Highlight werden. Die Palette kann sogar gleich zwei besondere Anforderungen erfüllen: Sie dient nicht nur als dekoratives Element, sondern mit den richtigen Utensilien wird aus ihr sogar noch ein eigenes kleines Hoch- oder Kräuterbeet.

Schritt 1: Als erstes werden einige Materialien benötigt. Diese sind in zahlreichen Baumärkten erhältlich. So braucht man eine Palette, Erde, einfache Schalen und ein paar kleine Gartengeräte, die aus der einfachen Holzpalette anschließend einen besonderen Hingucker machen.

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Schritt 2: Die Holzpalette sollte im besten Fall hochkant im Garten aufgestellt werden - nach Möglichkeit an einen Baum oder anderen Gegenstand gelehnt. So verhindert man ein einfaches Umkippen. Anschließend werden in den Zwischenräumen der einzelnen Balken die Schalen beziehungsweise Kästen angebracht.

Schritt 3: Sobald die Behälter montiert worden sind, können sie mit Erde befüllt und die ausgewählten Kräuter oder Pflanzen eingesetzt werden. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Welche Bepflanzung man wählt, sollte man allerdings vom Standort der Palette und den dortigen Lichtverhältnisse abhängig machen.

Schritt 4: Als zusätzliches Deko-Element können weitere Kleinigkeiten rund um die Palette positioniert werden. Das kann eine Handharke, ein Besen oder ein Korb sein. Wem das Anlegen eines Beetes dann doch zu aufwendig erscheint, der kann sich auch lediglich auf die Zusammenstellung der einzelnen Deko-Elemente beschränken. Unabhängig von der schlussendlichen Nutzung kann eine Holzpalette so aber allemal zur Verschönerung der heimischen Wohlfühloase beitragen.

Palette als Dekoration. Freizeittipps NRW.

Mit ein paar Handgriffen kann selbst eine Palette zum optischen Highlight werden. © Marius Paul

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