Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach: Prozess beginnt im August

Prozess

Der Prozess gegen den 42-Jährigen, von dem die Ermittlungen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach ihren Ausgang nahmen, soll im August beginnen. Ein weiterer Täter wurde bereits verurteilt.

Köln/Bergisch Gladbach

12.06.2020, 15:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zwei weitere Angeklagte im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach stehen aktuell in Mönchengladbach vor Gericht.

Zwei weitere Angeklagte im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach stehen aktuell in Mönchengladbach vor Gericht. © picture alliance/dpa

Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach soll voraussichtlich im August der Prozess gegen den 42-Jährigen beginnen, von dem die Ermittlungen ihren Ausgang nahmen. Das Kölner Landgericht hat nach Angaben vom Freitag die Anklage gegen den Mann wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Für den Angeklagten komme auch die Unterbringung in Sicherungsverwahrung in Betracht, teilte das Gericht mit.

Ermittler hatten im vergangenen Oktober die Wohnung des 42-Jährigen in Bergisch Gladbach durchsucht und dabei riesige Mengen kinderpornografischen Materials gefunden. Durch die Auswertung fanden Polizei und Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben in dem Komplex bundesweit bisher mehr als 70 Tatverdächtige, mehr als 40 Opfer sind bislang identifiziert.

Ein Täter wurde bereits verurteilt, zwei weitere stehen noch vor Gericht

Einen der Täter hat das Landgericht Kleve kürzlich bereits zu zehn Jahren Haft und dauerhafter Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Zwei weitere Angeklagte stehen in Mönchengladbach vor Gericht. Der Prozess gegen den 42-Jährigen soll voraussichtlich am 10. August beginnen, teilte das Gericht mit. Insgesamt werde die 2. Große Strafkammer etwa zehn Verhandlungstage ansetzen.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein weiterer Fall von großangelegtem Kindesmissbrauch in Nordrhein-Westfalen für Entsetzen gesorgt. In Münster sollen mehrere Männer stundenlang Jungen missbraucht haben. In dem Fall gab es bislang elf Festnahmen, sieben Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft.

dpa

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