Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach: Prozess beginnt

In Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach beginnt noch im August vor dem Landgericht Wiesbaden (Hessen) ein Prozess gegen einen 39-Jährigen. Er soll seine leiblichen Kinder, darunter einen Säugling, und ein Stiefkind sexuell missbraucht und Bilder der Taten über Chatgruppen verschickt haben. Die Hauptverhandlung soll am 25. August starten, wie das Landgericht am Mittwoch mitteilte.

12.08.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Hinweistafel an einem Sitzungssaal im Landgericht Wiesbaden. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild

Eine Hinweistafel an einem Sitzungssaal im Landgericht Wiesbaden. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa/Archivbild

Die Anklage umfasst den Angaben zufolge 291 Taten zwischen Januar 2014 und Oktober 2019, sie lautet unter anderem auf schweren sexuellen Missbrauch sowie Verbreitung von Kinderpornografie (Az: 1 Kls 2231 Js 40189/19). Es ist noch offen, ob vor der Jugendschutzkammer zum Schutz der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird. Der Deutsche sitzt seit Oktober 2019 in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen zu dem Missbrauchskomplex waren nach Durchsuchungen bei einem 43 Jahre alten Mann in Bergisch Gladbach im Herbst 2019 ins Rollen gekommen. Polizisten fanden riesige Mengen kinderpornografischen Materials und entdeckten digitale Kontakte zu anderen Männern. Nach und nach kamen sie immer mehr Verdächtigen in unterschiedlichen Städten auf die Spur. Der Prozess gegen den 43-jährigen Deutschen soll am 17. August in Köln starten. Der eigentliche Starttermin war wegen eines Brandalarms im Gericht geplatzt.

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