Missbrauchsfall Münster: Wohnung in Belgien durchsucht

Im Missbrauchsfall Münster haben die Ermittler eine Ferienwohnung im Ausland durchsucht, die der Hauptbeschuldigte mehrfach genutzt haben soll. „Wir können nicht ausschließen, dass sich der 27-jährige Beschuldigte mit dem zehnjährigen Opfer in der Wohnung in Belgien aufgehalten hat“, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt laut einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag. Hinweise auf einen möglichen Missbrauch an diesem Ort gebe es aber nach ersten Ermittlungen in der Wohnung am selben Tag nicht, so Botzenhardt.

23.06.2020, 16:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Martin Botzenhardt, Oberstaatsanwalt Münster. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Martin Botzenhardt, Oberstaatsanwalt Münster. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Derweil wurde die Zahl der ermittelnden Beamten weiter erhöht. Laut Mitteilung arbeiten jetzt 115 Mitarbeiter in der Ermittlungskommission „Rose“ des Polizeipräsidiums Münster an dem Fall. Bei der Auswertung von Datenträgern helfen weitere Angehörige der 34 Polizeibehörden aus ganz NRW.

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war Anfang Juni bekannt geworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige war wegen Kinderpornografiebesitzes zweifach vorbestraft. Bislang gab es in dem Fall in Münster Festnahmen von elf Tatverdächtigen aus mehreren Bundesländern. Sieben von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Sie kommen aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Niedersachsen und zwei aus Hessen. Dem Hauptverdächtigen werfen die Ermittler 15 Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Unter den Opfern ist demnach auch der zehnjährige Sohn seiner Lebensgefährtin. Als einer von zwei Tatorten mit bislang drei Opfern steht bislang laut den Ermittlern eine Gartenlaube in Münster fest, die inzwischen abgerissen wurde.

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