Missbrauchsfall Münster: Polizei lässt Gartenlaube abreißen

Im Missbrauchsfall von Münster haben Polizei und Technisches Hilfswerk am Samstag mit dem Abriss einer Gartenlaube begonnen, die offensichtlich ein Tatort gewesen ist. Dort sollen mehrere Männer stundenlang zwei Jungen sexuell missbraucht haben. In dem Fall sitzt auch ein Mann aus Brandenburg in Untersuchungshaft.

13.06.2020, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Wir werden hier jeden Stein und jedes Brett umdrehen, damit wir wirklich nichts übersehen“, sagte Ermittlungsleiter Joachim Poll laut Mitteilung. Bei dem Abbruch werde kein schweres Gerät eingesetzt, erläuterte eine Polizeisprecherin. „Das wird von Hand gemacht, damit im Fall der Fälle nichts zerstört wird.“ Bis zum Spätnachmittag entdeckten die Ermittler aber nichts Verdächtiges.

Am Freitag hatten bereits zwei Datenspeicherspürhunde das Grundstück durchsucht, dabei jedoch nichts gefunden. Die Laube gehört der Mutter des 27 Jahre alten Hauptverdächtigen. Auch sie sitzt in U-Haft. In ihrer Wohnung hatten die Hunde ein verstecktes Tablet und einen USB-Stick erschnüffelt. Die Datenträger werden nun ausgewertet.

Der Fall von schwerem sexuellen Missbrauch mehrerer Kinder in Münster war vor einer Woche bekanntgeworden - die Kleingartenanlage steht als einer von zwei Tatorten fest. Der 27-Jährige ist bereits zwei Mal wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft. Insgesamt wurden in dem Missbrauchskomplex von Münster bislang elf Verdächtige festgenommen, von denen sieben in Untersuchungshaft sitzen. Sie kommen auch aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen.

Weitere Meldungen