Missbrauchsfall Münster: Franzose in Saarbrücken festgenommen

Kriminalität

Die Ermittlungen im Missbrauchsfall Münster erstrecken sich inzwischen bis nach Frankreich. Ein 62-jähriger Franzose ist in Saarbrücken festgenommen worden. Er soll ein Kind in Köln missbraucht haben.

Münster/Köln

06.08.2020, 17:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein 62-jähriger Franzose wurde am Mittwoch in Saarbrücken nach einem Haftbefehl des Amtsgerichts Köln festgenommen.

Ein 62-jähriger Franzose wurde am Mittwoch in Saarbrücken nach einem Haftbefehl des Amtsgerichts Köln festgenommen. © picture alliance/dpa

Im Missbrauchsfall Münster hat die Polizei im Saarland einen weiteren Tatverdächtigen identifiziert. Nach Angaben der Polizei in Köln wurde der 62-jährige Franzose am Mittwoch in Saarbrücken nach einem Haftbefehl des Amtsgerichts Köln festgenommen.

Bei einer Hausdurchsuchung des Beschuldigten in Frankreich durch die französische Polizei stellten die Ermittler Datenmaterial sicher. Außerdem fand die Polizei eine geladene Schusswaffe und eine Drogenplantage. Der Mann soll im Dezember 2018 in Pulheim nordwestlich von Köln ein Kind sexuell missbraucht haben. Das Kind soll ihm durch den Hauptbeschuldigten im Missbrauchsfall Münster bei einem Treffen zugeführt worden sein.

Von 22 Verdächtigen sind inzwischen elf in Haft

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war Anfang Juni bekannt geworden. Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige war wegen Kinderpornografiebesitzes zweifach vorbestraft. Insgesamt gibt es in dem Komplex nun 22 Verdächtige, von denen elf in Haft sind. Der Hauptverdächtige soll sich am zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin vergangen und den Jungen an andere Männer vermittelt haben.

In die Ermittlungen zu Münster ist auch die Ermittlungskommission Berg bei der Kölner Polizei im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall Bergisch Gladbach eingebunden. Überschneidungen bei den derzeit ausgewerteten Daten gibt es bislang laut Mitteilung aber nicht.

dpa