Missbrauch: Verdächtiger wegen Kinderpornografie vorbestraft

Der 27 Jahre alte Hauptverdächtige in dem großen Missbrauchsfall von Münster war wegen Kinderpornografie vorbestraft. Das Jugendschöffengericht in Münster habe ihn am 13. Januar 2016 zu einer zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Samstag. Gegenstand seien Taten von September 2010 bis September 2013 wegen Zugänglichmachens kinderpornografischer Schriften im Internet und Besitzes solcher Schriften gewesen.

06.06.2020, 16:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dem Mann habe die Auflage bekommen, „eine Therapie für die von ihm so weit wir wissen auch immer offen bekundeten pädophilen Neigungen fortzusetzen“. Dieser Auflage sei er nach bisherigen Erkenntnissen auch nachgekommen. Eine weitere Verurteilung folgte laut Botzenhardt am 8. Juni 2017 durch das Schöffengericht Münster, bei der er eine zweijährige Gesamtfreiheitsstrafe auf Bewährung bei nahezu identischem Tatvorwurf bekommen habe. Die entsprechenden Taten hätten sich von September 2014 bis Dezember 2014 ereignet - also vor der Verurteilung vor dem Jugendschöffengericht und somit nicht während der laufenden Bewährung, betonte Botzenhardt.

Die Ermittler informierten am Samstag in Münster in einem mehrere Bundesländer umfassenden Fall über 11 Festnahmen und 7 Haftbefehle wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Hauptopfer ist demnach ein zehnjähriger Junge - der Sohn der Lebensgefährtin des 27-jährigen Münsteraners. Das Ermittlungsverfahren laufe erst seit rund dreieinhalb Wochen, stehe also noch am Anfang, sagte Botzenhardt.

Weitere Meldungen