Ministerium: Martinszüge unter Corona-Bedingungen erlaubt

Martinsumzüge? Ja, aber ... Damit Kinder und Eltern trotz Corona-Pandemie mit ihrer Laterne gehen können, müssen viele Voraussetzungen beachtet werden.

21.10.2020, 07:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Laternen stehen während eines Martinsumzuges auf dem Boden. Foto: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa/Archiv/Symbolbild

Laternen stehen während eines Martinsumzuges auf dem Boden. Foto: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa/Archiv/Symbolbild

Martinsumzüge dürfen auch in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen trotz steigender Corona-Infektionszahlen durch die Straßen ziehen. Allerdings gelten Personenbeschränkungen und Abstandsgebote. Das stellte das Gesundheitsministerium in Düsseldorf auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klar.

„Im Gegensatz zu geschlossenen Räumen haben wir es im Freien mit deutlich geringeren Infektionsrisiken zu tun“, erklärte ein Sprecher. Dennoch gelte grundsätzlich: „Ohne Mindestabstand dürfen in einem Martinsumzug im öffentlichen Raum nur zehn Personen zusammentreffen.“

Allerdings gibt es drei Ausnahmen: Ohne Abstand dürfen auch mehr Personen gemeinsam unterwegs sein, wenn es sich um eine Familie oder um Personen aus nur zwei Hausständen handelt. Dritte Ausnahme: „eine feste Gruppen von Kindern, die in einer Einrichtung im Sinne der Coronabetreuungsverordnung ohne Einhaltung von Mindestabständen betreut werden dürfen - zum Beispiel Kindertagesstätten“, erläuterte das Ministerium.

Die Ausnahmen gelten demnach auch in Regionen, die bei den Neuinfektionen über der höchsten Warnschwelle von 50 pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen liegen. Für alle anderen Mitmarschierer gilt hier die Beschränkung auf fünf Personen ohne Mindestabstand zueinander.

Je nach Infektionsgeschehen könnten spezielle Konzepte der Veranstalter und ein angepasstes Verhalten der Teilnehmer verlangt werden, unterstrich der Sprecher. „Dies bedeutet auch, dass Veranstaltungen wie Martinzüge mit großen Personenzahlen im Freien - bei Gefährdungsstufe 1 über 1000 (Sieben-Tage-Inzidenz: über 35) und bei Gefährdungsstufe 2 über 500 Personen (Sieben-Tage-Inzidenz: über 50) - grundsätzlich unzulässig sind.“ In den 50er-Regionen seien sogar schon Veranstaltungen im Freien ab einer Zahl von über 100 Teilnehmenden nur noch mit genehmigtem Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erlaubt.

„Nur unter diesen Voraussetzungen können Züge stattfinden“, betonte der Sprecher. Das Ministerium gehe davon aus, „dass oftmals pragmatische Lösungen gefunden werden müssen, damit die Tradition mit ein paar Einschränkungen auch in Zeiten der Corona-Pandemie fortgesetzt werden kann“.

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