Ministerin: Bei groben Verstößen droht Schulverweis

Maskenpflicht im Unterricht - mit dem Vorstoß hat NRW kontroverse Debatten in ganz Deutschland ausgelöst, bislang aber keine Nachahmer gefunden. Um sie durchzusetzen, will das Land im Extremfall sogar zum Schulverweis greifen.

04.08.2020, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) läuft zu einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei NRW. Foto: Fabian Strauch/dpa

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) läuft zu einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei NRW. Foto: Fabian Strauch/dpa

Wenn Schüler in NRW dauerhaft gegen die neue Maskenpflicht verstoßen, können sie auch von der Schule verwiesen werden. Darauf hat Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einem WDR2-Interview hingewiesen. Gebauer sagte dem Sender: „Wenn sich Schülerinnen und Schüler konstant nicht - weder im Unterricht noch auf den anderen Flächen - daran halten, kann das auch mit einem Verweis von der Schule beziehungsweise einem vorübergehenden einhergehen.“

Gebauer bekräftigte, dass die Maske aus „pädagogisch sinnvollen Gründen“ auch zwischendurch abgenommen werden könne - ebenso wie aus medizinischen Gründen. Ihr sei bewusst, dass ein Mund-Nasen-Schutz bei heißem Wetter eine besondere Beeinträchtigung sei, räumte die Ministerin ein. Das derzeitige Infektionsgeschehen in NRW mache die nun beschlossene Maskenpflicht nach den Sommerferien aber alternativlos. Die Schulen sollen nächste Woche Mittwoch mit Präsenzunterricht und normaler Stundentafel wieder den Regelbetrieb aufnehmen.

Die AfD-Opposition im Düsseldorfer Landtag sieht die Maskenpflicht als „konzept- und sinnlosen Aktionismus der Regierung Laschet“. Der bildungspolitische Sprecher der Fraktion und Ex-Gymnasialdirektor Helmut Seifen kritisierte in einer Mitteilung: „In welchem Umfang diese Maßnahme die Gesundheit der Kinder wirklich schützt, weiß niemand mit Bestimmtheit - aber dass eine allgemeine Maskenpflicht an Schulen die Kinder krank machen kann, ist unumstritten.“

Die am Montag bekanntgegebene Maskenpflicht für Schulen in NRW, die sich an weiterführenden und berufsbildenden Schulen auch auf den Unterricht erstreckt, hat eine bundesweite Debatte ausgelöst, bislang aber keine Nachahmer gefunden. Auch Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben - zum Teil bereits zuvor - angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll dort jedoch nicht im Unterricht gelten.

„Im Moment ist das nicht vorstellbar, weil ich das aus einer pädagogischen Sicht für sehr schwierig finde“, sagte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Gerade in der Grundschule sei es ein Problem, wenn man den Gesichtsausdruck von Kindern nicht sehe. Bei steigenden Infektionszahlen schloss sie weitere Maßnahmen aber auch nicht aus. In Berlin sind die Sommerferien nächste Woche vorbei.

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer von diesem Mittwoch an auf dem Schulgelände eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gilt ab Klasse fünf. Damit sind die Grundschulen befreit. Ausgenommen werden die Klassenräume. Außerdem sollen Corona-Tests ausgeweitet werden. Als erstes Bundesland war Mecklenburg-Vorpommern am vergangenen Montag zurück in den regulären Schulbetrieb gestartet - zunächst ohne Maskenpflicht.

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