Millionenbetrug mit Flaschenpfand: Prozess gestartet

Wegen Beihilfe zu einem Millionenbetrug mit Pfandflaschen und -dosen muss sich seit Dienstag ein 51-Jähriger vor dem Landgericht in Düsseldorf verantworten. Laut Anklage hatte er vor sechs Jahren dem Geschäftsführer einer Firma in Neuss falsche Belege für die Entsorgung von 375 Tonnen Metalldosen und 154 Tonnen Pet-Flaschen ausgestellt. Dafür soll der 51-Jährige knapp 130 000 Euro kassiert haben.

11.08.2020, 16:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ steht am Gebäude des Landgerichts. Foto: Martin Gerten/dpa

Die Aufschrift „Landgericht Düsseldorf“ steht am Gebäude des Landgerichts. Foto: Martin Gerten/dpa

Beim Prozessauftakt wies der Verteidiger des Angeklagten darauf hin, dass gegen seinen Mandanten auch in Köln, Frankfurt und Bochum ermittelt worden sei. Im Gegensatz zum Düsseldorfer Verfahren seien die Ermittler dort aber jeweils zu dem Schluss gekommen, das Verfahren gegen ihn einzustellen.

Ein Neusser Firmenchef hatte zwei Rücknahmeautomaten für Flaschen und Getränke-Dosen manipuliert und innerhalb von zehn Monaten zu Unrecht mehr als 1,8 Millionen Euro Pfand kassiert. In den manipulierten Automaten waren die Plastikflaschen und Alu-Dosen nicht wie üblich zerquetscht worden. Sie waren unbeschädigt geblieben und konnten so immer wieder erneut in den Automaten geschoben werden.

Der Fall ist kein Ruhmesblatt für die Ermittler: Ein zunächst als Geschäftsführer angeklagter Mann aus Castrop-Rauxel entpuppte sich als ahnungsloser Strohmann. Er wurde vom Landgericht Düsseldorf 2019 freigesprochen. Die Vorwürfe gegen den mutmaßlichen Haupttäter waren da bereits verjährt. Für den aktuellen Prozess sind bis zum 1. September noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

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