Millionen-Coup vom Emmerich: „Aktenzeichen XY... ungelöst“ bringt der Polizei 10 Hinweise

100.000 Euro Belohnung

10 Hinweisen geht die Polizei nach, die nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ zum 6,5-Millionen-Euro-Coup von Emmerich eingegangen sind. Ausgesetzt sind 100.000 Euro Belohnung.

Emmerich

19.11.2020, 10:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach einem Mann, der vor dem Tatort auf- und abgegangen ist.

Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach einem Mann, der vor dem Tatort auf- und abgegangen ist. © Polizei

Nach einem Aufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ zu Hinweisen auf den 6,5-Millionen-Euro-Coup von Emmerich sind bei der Polizei bislang zehn Hinweise eingegangen. Eine heiße Spur sei aber nicht dabei, sagte ein Sprecher der Polizei Krefeld am Donnerstagmorgen.

Moderator Rudi Cerne hatte am Mittwochabend noch einmal die Fahndungsfotos eines Verdächtigen gezeigt. Zur Beute im Hauptzollamt und der Belohnung von 100.000 Euro sagt er: „Das sind Summen, bei denen einem die Ohren schlackern.“

Unbekannte waren am 1. November mit einem Kernbohrer in den Tresorraum des Zollgebäudes eingedrungen und hatten die beschlagnahmten Millionen erbeutet. Der Mann auf den Fahndungsfotos war mit einem schwarzen Wagen geflüchtet, an dem kopierte Nummernschilder befestigt waren. Er hatte vermutlich Schmiere gestanden. Seine Komplizen sollen das Geld in einem weißen Wagen weggebracht haben.

Handelte es sich um einen Insider-Tipp?

Bei den Millionen handelt es sich zu einem erheblichen Teil um im deutsch-niederländischen Grenzverkehr beschlagnahmte Gelder. 3,7 Millionen wurden für für die Staatsanwaltschaft verwahrt. Die Gelder stammen zum großen Teil aus sogenannten Bargeldsicherstellungen, die in diesem Jahr bei Überprüfungen des grenzüberschreitenden Fahrzeugverkehrs durch den Zoll erfolgten.

Dass der Tresorraum eine massive Stahltür mit mehreren Sperrriegeln in der Wand hatte, hielt die Täter nicht auf. Offen ist auch die Frage, ob Insider den Tätern einen entscheidenden Tipp auf die sehr hohe Beute gegeben haben. Es sprächen einige Indizien für Insider-Wissen, die Täter seien „anscheinend zielgerichtet“ vorgegangen, sagte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Günter Neifer bereits vor einigen Tagen.

Das Zollamt war nach dem Coup auch in die Kritik geraten, weil möglicherweise die Alarmanlage defekt war und auch die übrigen Sicherheitsvorkehrungen zu lasch. Das hatte die Bild-Zeitung berichtet, die zuständigen Behörden haben sich bis dato dazu noch nicht geäußert.

kar/dpa



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