Messerangriff auf Ehefrau: „Ich wollte nur ihr Handy“

Eine Mutter von drei Kindern wird spät abends in ihrer Wohnung durch Messerschnitte verletzt. Jetzt steht ihr inzwischen geschiedener Ehemann vor Gericht - wegen versuchten Totschlags.

22.07.2020, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

Eine Figur der Justitia. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

Nach einem Messerangriff auf seine Ehefrau muss sich ein Mann aus Ahaus seit Mittwoch vor dem Schwurgericht Münster verantworten. Der 29-Jährige soll im Oktober 2019 versucht haben, seine inzwischen von ihm geschiedene Frau zu töten. Laut Anklage konnte die Mutter von drei Kindern den Angriff mit ihren Händen und Armen abwehren. Ärzte hatten später zahlreiche Schnittverletzungen festgestellt. Zum Prozessauftakt hat der deutsche Angeklagte den Angriff gestanden, eine Tötungs- oder Verletzungsabsicht aber bestritten. „Ich wollte nur ihr Handy“, sagte er den Richtern.

Der 29-Jährige war gegen 22.30 Uhr in der ehemals gemeinsamen Wohnung in Ahaus aufgetaucht. Nach eigenen Angaben wollte er Dateien auf dem Mobiltelefon seiner Ehefrau löschen, damit sie in einem möglicherweise anstehenden Sorgerechtsstreit nicht gegen ihn verwendet werden könnten. Das Küchenmesser habe er nur zur Einschüchterung in die Hand genommen. Dass es überhaupt zu Verletzungen gekommen ist, sei nicht geplant und nicht gewollt gewesen. Seine Frau habe selbst in die Messerklinge gegriffen.

Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass der Angeklagte mehrfach versucht hat, seiner Frau in den Bauch zu stechen. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Das Paar hatte sich 2010 kennengelernt. Nach Angaben des Angeklagten war es immer wieder zu zwischenzeitlichen Trennungen gekommen. Zuletzt habe er selbst die gemeinsame Wohnung verlassen - genau zehn Tage vor der Tat. Mit einem Urteil ist möglicherweise Ende Juli zu rechnen.

Weitere Meldungen