Merkel: „Es wäre ganz schlecht, wir würden zu schnell aussteigen“

Coronavirus

Am Montag-Vormittag (6. April) hatte das Corona-Krisenkabinett getagt. Über die Ergebnisse der Beratungen informierte Kanzlerin Angela Merkel am Nachmittag in einer Pressekonferenz.

Berlin

06.04.2020, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Angela Merkel sagt, die Diskussion um die Lockerung der Maßnahmen würde sich ins Gegenteil verkehren, wenn die ersten Menschen dadurch sterben würden.

Angela Merkel sagt, die Diskussion um die Lockerung der Maßnahmen würde sich ins Gegenteil verkehren, wenn die ersten Menschen dadurch sterben würden. © picture alliance/dpa

Vieles, mit dem sich das Corona-Krisenkabinett am Montagvormittag beschäftigt hatte, war im Laufe des Tages bereits bekanntgeworden. Am Nachmittag berichtete schließlich die Kanzlerin selbst in einer Pressekonferenz über die Ergebnisse der Beratungen.

Merkel fasst noch einmal zusammen, welche Punkte am Vormittag besprochen worden waren: von der Beschaffung von Schutzausrüstung bis hin zu den KfW-Krediten. Die Kanzlerin ging anschließend auf die Tagung der Finanzminister der Eurogruppe am Dienstag ein.

Die Frage nach den Ausstiegsszenarien

Im Anschluss an ihr Statement wird Merkel auch wieder nach den Ausstiegsszenarien gefragt. Zur Sprache kommt dabei auch ein entsprechendes Papier des Bundesinnenministeriums, das derzeit kursiere. „Wir wären ja eine schlechte Bundesregierung, wenn wir nicht intensiv“ über solche Szenarien nachdenken würden, sagte Merkel. Aber „wir wären auch eine schlechte Bundesregierung, wenn wir jetzt schon ein Datum nennen würden“. Alle Diskussionen liefen unter der Überschrift: Wir leben weiter in der Pandemie.

Die Diskussion um die Lockerung der Maßnahmen würde sich ins Gegenteil verkehren, wenn die ersten Menschen dadurch sterben, so Merkel. Sie fügte hinzu: „Es wäre ganz schlecht, wir würden zu schnell aussteigen.“

Sobald es die gesundheitliche Situation zulasse, werde man jedoch selbstverständlich zu dem Leben zurückkehren, das man kenne. Das sage sie gerade als Mensch der Einheit. Aber jetzt würden es die Umstände erfordern.

EU vor größter Bewährungsprobe seit ihrer Gründung

Sie verfolge zudem die Diskussion um Schutzmasken sehr aufmerksam, sagte die Kanzlerin auf eine entsprechende Frage. Aber die heutige Sitzung sei nicht der Tag für diese Debatte gewesen. „Der Gesundheitsschutz steht an oberster Stelle“, betonte Merkel gleichwohl mehrfach.

Außerdem rief sie dazu auf, die Europäische Union in der Corona-Krise entschlossen zu verteidigen. Die Union stehe vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung, sagte die Kanzlerin. Die Pandemie sei ein „symmetrischer Schock“, der alle Staaten gleichermaßen betreffe.

Es sei das Interesse aller EU-Staaten, auch Deutschlands, dass Europa stark aus dieser Bewährungsprobe hervorgehe. „Auch Deutschland wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es Europa gut geht“, sagte sie. Die Antwort auf die Corona-Krise könne nur sein: ein stärkeres Europa und mehr Europa.

RND

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt