Mehrgenerationen-Projekt vor Baustart: Neubau am Becklohhof beginnt in wenigen Monaten

Mehrgenerationen-Wohnen

Es tut sich etwas beim Mehrgenerationen-Projekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“. Die Mitstreiter haben am Becklohhof alles hergerichtet für den Neubau, der in wenigen Monaten starten soll.

Werne

, 05.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am Becklohhof tut sich etwas. Die Mitstreiter des Mehrgenerationen-Projekts „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ haben die zukünftige Baustelle zum Baustart herrichten lassen. Schon bald soll der Baustart für das Wohnprojekt erfolgen.

Am Becklohhof tut sich etwas. Die Mitstreiter des Mehrgenerationen-Projekts „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ hat die zukünftige Baustelle zum Baustart herrichten lassen. Schon bald soll der Baustart für das Wohnprojekt erfolgen. © Andreas Drohmann

Die Mitstreiter des Projekts haben Hecken schneiden, Einfahrtsbereiche freiräumen und Wurzeln entfernen lassen. Nun kann der Baustart für die drei dreigeschossigen Häuser starten. Schon in einigen Monaten soll es los gehen. Die Baugenehmigung hat die Baugruppe um Geschäftsführer Andreas Drohmann (57) kurz vor dem Jahreswechsel bekommen.

„Für die Hauptgewerke - Hochbau, Keller und Fenster - haben wir konkrete Angebotspreise vorliegen. Damit können wir auch eine hohe Preissicherheit für potenzielle neue Mitstreiter gewährleisten“, erklärt Drohmann. Demnach werde sich der Baupreis maximal um drei Prozent nach oben oder unten bewegen.

Preis für Eigentumswohnungen wird sich kaum noch ändern

Das Ziel, den Quadratmeter für durchschnittlich 3000 Euro als Eigenleistung anzubieten, werde man - Stand jetzt - erreichen können, so Drohmann. Dabei seien die Fördermittel, die umfangreich in das Gesamtprojekt fließen, in dieser Rechnung abgezogen.

Vor dem Beginn der Vogelschutzzeit am 1. März wurden Hecken geschnitten und die Einfahrtsbereiche am Grundstück am Becklohhof freigeräumt.

Vor dem Beginn der Vogelschutzzeit am 1. März wurden Hecken geschnitten und die Einfahrtsbereiche am Grundstück am Becklohhof freigeräumt. © Andreas Drohmann

Unterschiede gibt es aber immer in der Größe der Wohnungen, die verschieden stark vom Land gefördert werden, erklärt Drohmann. Der Geschäftsführer zeigt sich insgesamt aber mit der Preisentwicklung für das Mehrgenerationen-Projekt zufrieden. Vor allem vor dem Hintergrund steigender Baupreise.

Bau für Mehrgenerationen-Projekt kann starten

Wie genau eine Finanzierung im Einzelfall aussehen kann, können Experten von Kreditinstituten beantworten. Aktuell sei man mit vier verschiedenen Banken in Gesprächen, erklärt Drohmann.

Der Baugruppenvertrag ist bereits unterschriftsreif. „Wir sind im Prinzip startklar“, erklärt Andreas Drohmann. Der Baustart soll dann möglichst im Frühsommer 2020 beginnen.

Symbolischer Akt Ende Mai 2019: Die Mitstreiter des Mehrgenerationen-Projektes haben die Grundrisse der Häuser auf dem Grundstück abgesteckt und das neue Baustellenschild präsentiert.

Symbolischer Akt Ende Mai 2019: Die Mitstreiter des Mehrgenerationen-Projektes haben die Grundrisse der Häuser auf dem Grundstück abgesteckt und das neue Baustellenschild präsentiert. © Gemeinsam Wohnen an den Linden

Dann entsteht am Becklohhof ein Wohnkomplex mit drei jeweils dreigeschossigen Häusern. 33 Wohneinheiten, davon 30 als Eigentumswohnungen, werden hier gebaut. Sechs bis acht Wohnungen sind laut Drohmann noch zu haben. Einige Interessenten gebe es bereits.

Klimaschonender Bau

Das Mehrgenerationen-Projekt „Gemeinsam Wohnen an den Linden“ wurde als Klimaschutzsiedlung ausgezeichnet. „Wir möchten so klimaschonend bauen und leben wie es eben geht“, erklärt Gabriele Bleker (68). Sie und ihr Mann Franz haben sich vor gut einem Jahr endgültig dazu entschieden, beim Mehrgenerationen-Projekt mitzumachen.

„Wir möchten von groß nach klein. Unsere Kinder sind aus dem Haus. Und jetzt haben wir eine große Verantwortung für Haus und Garten. Auch die Pflege nimmt viel Zeit in Anspruch. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, uns zu verkleinern“, sagt die Wernerin.

Von etwa 280 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Ebenen im eigenen Haus wechselt das Paar nun in eine 80 Quadratmeter große Eigentumswohnung. Für ihr Eigenheim, das für zwei Personen deutlich zu üppig ausfällt, gebe es viele Interessenten - vor allem von Familien mit Kindern.

Die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Neubau laufen auf dem Grundstück.

Die ersten vorbereitenden Arbeiten für den Neubau laufen auf dem Grundstück. © Andreas Drohmann

Familien sollen auch in das Mehrgenerationen-Haus ziehen. Bislang seien es aber vor allem ältere Ehepaare oder Alleinstehende, die mitmachen, erzählt Bleker. Die Mitstreiter haben sich bereits auf einige Ausstattungsmerkmale geeinigt: Bau in Holzkonstruktion, Installation einer Fotovoltaikanlage, eines Stromspeichers, einer Pelletheizung und einer Starkregen-Rückhaltung. Die Gebäude sollen eine Klinkerfassade bekommen und eine Dreifachverglasung sowie eine ökologische Isolierung.

Einzug spätestens zu Weihnachten 2021

Für jede Wohneinheit ist jeweils ein Pkw-Stellplatz in der Tiefgarage sowie ein Balkon oder eine Terrasse geplant. Um das Zusammenleben zu stärken, gibt es einen 60 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum sowie ein Appartement, in dem Übernachtungsgäste der Bewohner schlafen dürfen.

Spätestens Weihnachten 2021 möchten die Mitstreiter in ihrem neuen Heim eingezogen sein. „Mit Blick auf den beleuchteten Weihnachtsbaum im Innenhof“, sagt Andreas Drohmann voller Vorfreude.

So könnte das geplante Mehrgenerationenhaus an der Ecke Tenhagenstraße/Beckhlohhof einmal aussehen.

So könnte das geplante Mehrgenerationenhaus an der Ecke Tenhagenstraße/Becklohhof einmal aussehen. © Engel&Haehnel

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Blumenhändler
Corona-Krise stellt Floristen vor große Herausforderung - trotz geöffneter Läden
Hellweger Anzeiger Veranstaltungsbranche in Corona-Krise
Betreiber der Nachtschicht erhält Finanzspritze, sorgt sich aber um Disko