Mehr Intensivbetten im Klinikum Lünen-Werne - Warten auf Beatmungsgeräte in Corona-Krise

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Die Zahl der Intensivbetten zur Behandlung von Corona-Patienten soll bundesweit aufgestockt werden. Wir haben nachgefragt, wie es im Land NRW, im Kreis Unna und speziell in Lünen aussieht.

Lünen

, 26.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Katholische Klinikum Westfalen Lünen-Werne hat die Zahl der Intensivbetten in den vergangenen Tagen aufgestockt - wie von der Bundesregierung wegen der steigenden Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen gefordert.

Das erklärte Axel Weinand, Geschäftsführer des St.-Marien-Hospital in Lünen, am Mittwoch (25. März) in Gespräch mit unserer Redaktion. Zum Klinikum gehört auch das St.-Christophoros-Krankenhaus (Werne).

Laut Weinand konnte die Zahl der Intensivbetten im Marien-Hospital durch „verschiedene organisatorische Maßnahmen“ von 37 auf 45 Betten (plus 8) gesteigert werden. Davon besitzen 25 über ein für Corona-Patienten so wichtiges Beatmungsgerät.

Im St.-Christophoros-Krankenhaus gibt es zwei Intensivbetten mehr, 17 statt 15. Davon haben 9 ein Beatmungsgerät.

Beamtungsgeräte bestellt

Weitere Beatmungsgeräte seien bei der zuständigen Bezirksregierung bestellt worden. „Ich gehe davon aus, dass wir welche bekommen“, sagte Axel Weinand. Wann und wie viele, dazu wagte der Geschäftsführer angesichts der mitunter „katastrophalen Versorgungslage“ keine Angaben.

Sollten sich die Zustände in Deutschland so „zuspitzen wie in Italien“, sagte Weinand weiter, dann würde das Klinikum sicherlich weitere Plätze schaffen können: „Dann müssen wir Plan C aus der Schublade holen.“ Möglich sei es zum Beispiel, Aufwachräume des Krankenhauses als Intensivstationen zu nutzen.

Klinik am Park

Unterdessen treibt auch das Klinikum Westfalen, zu dem neben den Knappschaftskrankenhäusern Dortmund und Lütgendortmund auch das Hellmig-Krankenhaus (Kamen) und die Klinik am Park in Brambauer gehören, nach Angaben einen Klinikumsprechers eine „deutliche Ausweitung“ der Intensivkapazitäten voran:

„Wir bemühen uns mit Hochdruck, diese Kapazität auch an der Klinik am Park Lünen gemäß der Empfehlungen des Gesundheitsministers zu steigern. Dazu werden bereits seit einigen Tagen dafür geeignete Mitarbeiter aus anderen Bereichen intern für einen Einsatz in intensivmedizinischen Bereichen geschult.“ Angaben zur Zahl der Intensivbetten machte der Sprecher am Freitag (20.3.) auf Nachfrage unserer Redaktion keine.

Stattdessen erklärte er: „Wir definieren außerdem andere Krankenhausbereiche, die für intensiv-medizinische Zwecke genutzt werden könnten und bemühen uns darum, diese Bereiche so weit erforderlich technisch aufzurüsten. Wir werden auch unsere Beatmungskapazitäten erweitern und sind dabei, zusätzliche Geräte zu beschaffen.“

6000 Intensivbetten in NRW

Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, dann soll die Zahl der Intensivbetten bundesweit verdoppelt werden. Je nach Quelle, gibt es in Deutschland zwischen 25.000 und 28.000 dieser Betten. Davon befinden sich im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen rund 6000.

„Diese rund 6000 Intensivbetten verteilen sich in NRW auf 258 Häuser“, hieß es am Freitag im Düsseldorfer Gesundheitsministerium. Laut der Bezirksregierung in Arnsberg verteilen sich im Kreis Unna 100 Intensivbetten auf 6 Krankenhäuser. (Stand 20.3.)

Wie eine Ministeriumssprecherin sagte, könne man nicht von einem Durchschnittswert an Betten pro Krankenhaus ausgehen: „Uni-Kliniken und größere Krankenhäuser in Ballungsgebieten halten eine höhere Bettenanzahl vor als kleinere Krankenhäuser.“

Nach Ministeriumsangaben stehen in NRW derzeit rund 4200 Beatmungsplätze zur Verfügung. „Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eines Aufwuchses der Beatmungsplätze um rund 1100“, hieß es weiter: „Dies ist jedoch von der Anzahl der benötigten und verfügbaren Beatmungsgeräte und des benötigten und verfügbaren Fachpersonals abhängig.“

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