McKennie-Juve-Deal: „Wirtschaftlich sinnvollste für Schalke“

Der Transfer von McKennie zu Italiens Rekordmeister Juventus Turin ist perfekt. Das Leihgeschäft mit Kaufverpflichtung bzw. -option verschafft dem Revierclub finanziellen Spielraum. Der US-Boy könnte neben Ronaldo einen weiteren Mega-Star als Mitspieler bekommen.

30.08.2020, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weston McKennie. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa/Archivbild

Weston McKennie. Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa/Archivbild

Großer Karrieresprung für Weston McKennie, wirtschaftliche Notwendigkeit für den FC Schalke 04: Der seit Freitag 22 Jahre alte US-Nationalspieler wechselt vom klammen Bundesligisten zum italienischen Rekordmeister. Am späten Samstagabend gaben beide Clubs den Deal bekannt. Für McKennie dürfte ein Traum in Erfüllung gehen, auch wenn er lange mit England geliebäugelt hatte.

Stolz präsentierte McKennie die Bilder von der Vertragsunterzeichnung auf seinem Instagram-Account. „Ich bin aufgeregt, eine neue Reise zu starten. Ohne die große Unterstützung meiner Familie, Freunde und Berater wäre dies nicht möglich gewesen“, schrieb er dazu.

McKennie trainiert und spielt vom kommenden Dienstag an der Seite von Cristiano Ronaldo. Und wenn es für den ersten US-Boy im Juve-Trikot optimal läuft, könnte sogar ein weiterer Megastar sein neuer Teamkamerad werden. Dem französischen Fachmagazin „L'Équipe“ zufolge ist Juventus in den Poker um den sechsmaligen Weltfußballer Lionel Messi eingestiegen, der den FC Barcelona verlassen will.

Das sind keine schlechten Aussichten für einen talentierten Mittelfeldspieler, der als knapp 18-Jähriger vor vier Jahren von der Fußball-Akademie im texanischen Dallas in die Schalker Knappenschmiede gewechselt war. Den Feinschliff erhielt er - wie so viele andere - vom U19-Erfolgstrainer Norbert Elgert, ehe der Allrounder 2017 sein Bundesliga-Debüt feierte. Seitdem absolvierte McKennie 91 Pflichtspiele für Königsblau, davon 75 in der Bundesliga, und erzielte insgesamt fünf Tore. Für das A-Team der USA war er 19 Mal am Ball (sechs Treffer).

Zwar verliert Schalke-Trainer David Wagner einen Leistungsträger, um den er eine konkurrenzfähiges Team für die Saison 2020/21 aufbauen wollte. Doch die finanzielle Not des Vereins ist so groß, dass Sportvorstand Jochen Schneider zu dem lukrativen Geschäft nicht „Nein“ sagen konnte. Parallelen zum Verkauf von Leroy Sané sind unübersehbar. Schalkes Ex-Manager Christian Heidel ließ das nun für den Champions-League-Sieger FC Bayern spielende Supertalent einst für rund 50 Millionen Euro zu Manchester City ziehen.

„Die Übereinkunft mit Juventus Turin ist nach Gesprächen mit verschiedenen Vereinen die wirtschaftlich sinnvollste für Schalke und die sportliche attraktivste für Weston“, kommentierte Schneider den Deal, der zahlreichen Klauseln enthält. Natürlich sei „die Entscheidung, einen talentierten Spieler wie Weston abzugeben, auch ein Stück weit der wirtschaftlichen Situation unseres Clubs geschuldet“, erläuterte Schneider.

Dank der Transparenz von Juventus liegen die Details auf dem Tisch. Zunächst wird McKennie für eine Jahr und die Gebühr von 4,5 Millionen Euro an Juve mit dem neuen Trainer Andrea Pirlo verliehen. Sollte sich Italiens Meister erneut für Champions League qualifizieren - was angesichts des Edelkaders kaum zu bezweifeln ist - greift eine Kaufverpflichtung in Höhe von 18,5 Millionen Euro. Sollte Juve die Königsklasse wider Erwarten verfehlen, wird aus der Kaufverpflichtung eine Option. Die Ablöse kann innerhalb von drei Jahren gezahlt werden. Durch weitere Bonuszahlungen könnte sich die Gesamtsumme um bis zu weitere sieben Millionen Euro erhöhen.

In jedem Fall hat Schalke nun ein wenig finanziellen Spielraum, um seinerseits aus dem schwierigen Corina-Transfermarkt tätig zu werden. Da der erste Stein gefallen ist, könnte die geplante und ablösefreie Verpflichtung von Hertha Ex-Stürmer Vedad Ibisevic in Kürze realisiert werden.

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