Völler und Eberl nehmen Löw nach Kritik in Schutz

Die Bundesliga-Manager Rudi Völler und Max Eberl haben Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nach der massiven Kritik an den Leistungen der deutschen Nationalmannschaft und seinen Aufstellungen in Schutz genommen. „Kritisieren kann man, dass drei Spiele ausgetragen wurden. Das aber haben andere entschieden. Wie er das dann gemacht hat, sollte man nicht kritisieren, im Gegenteil“, sagte Bayer Leverkusens Sportchef Völler dem „Kicker“ (Donnerstag). „Man kann über Ergebnisse diskutieren, darüber, dass die Abwehr gewackelt hat. Aber nicht darüber, wie er nominiert und aufgestellt hat. Das war fast vorbildlich“, sagte der frühere Teamchef, der Deutschland 2002 ins WM-Finale gegen Brasilien (0:2) geführt hatte.

22.10.2020, 06:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

In einem Meinungsbeitrag („Einwurf“) appellierte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl an die Solidargemeinschaft im Fußball und lobte das Personalmanagement von Löw. Löw und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) würden „das Thema Abstellungen, Belastung und Rotation in einer extrem rücksichtsvollen Art und Weise“ managen. Der Bundestrainer nehme „das Risiko in Kauf, dass es sportlich mit dem Einspielen auf die EM vielleicht nicht ganz so rund läuft, weil er Rücksicht auf die Spieler nimmt - und kriegt dafür auf den Deckel. So etwas verstehe ich nicht“, sagte Eberl.

Löw war zuletzt dafür kritisiert worden, dass die DFB-Auswahl im Test gegen die Türkei (3:3) und in den Nations-League-Partien gegen die Ukraine (2:1) und die Schweiz (3:3) nicht überzeugte. Eberl lobte in seinem Beitrag auch die UEFA und andere Verbände, die in der Pandemiephase März bis Juli „ihre kompletten Termine abgesagt“ hätten. „Und zwar aus einem Grund, damit die Ligen ihre Wettbewerbe zu Ende spielen können“, sagte Eberl. Die Fortsetzung des Spielbetriebs und die Beendigung der Spielzeiten war für viele Clubs in Europa wegen der TV-Geld-Zahlungen von existenzieller Bedeutung.

Weitere Meldungen