Maskenstau bei der Bundesregierung: Kliniken warten auf Auslieferung, Hersteller auf Geld

Coronavirus

Rund 130 Millionen Atemschutzmasken liegen zurzeit in den Logistikhallen des Gesundheitsministeriums. 20 Prozent der Masken sollen mangelhaft gewesen sein, weswegen nun Qualitätsprüfungen vorgenommen werden.

Berlin

22.05.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei den von der Bundesregierung beauftragten Logistikunternehmen lagern mehr als 130 Millionen Atemschutzmasken.

Bei den von der Bundesregierung beauftragten Logistikunternehmen lagern mehr als 130 Millionen Atemschutzmasken. © picture alliance/dpa

Die Zeiten, in denen Atemschutzmasken in Deutschland Mangelware waren, sind scheinbar erstmal vorbei. Das Bundesgesundheitsministerium um Minister Jens Spahn hat Berichte über Verzögerungen bei der Auslieferung von Schutzausrüstung in der Corona-Krise zurückgewiesen. Genug Schutzausrüstung gibt es also offenbar, jedoch kommt diese nicht da an, wo sie benötigt wird.

Mehrfach wurde über Ausrüstungsmängel und Verzögerungen bei der Lieferung von Atemschutzmasken berichtet, was Anlass zur Vermutung ließ, dass die Bundesregierung nicht über ausreichende Mengen an Masken verfügt.

Seit Anfang März hat der Bund nach Angaben des Ministeriums mehr als 500 Millionen Schutzmasken und 100 Millionen Einmalhandschuhe beschafft. Knapp 130 Millionen Schutzmasken befänden sich jedoch noch „in der Qualitätskontrolle“.

Viele Masken kamen auf einmal in die Lager

Offensichtlich entsprachen rund 20 Prozent der Masken nicht den Sicherheitsstandards, weswegen ein „sorgfältiger, dreistufiger Qualitätssicherungsprozess“ zur Prüfung eingeführt wurde. Dieser Prozess ist laut Bundesgesundheitsministerium sehr zeitaufwändig, weswegen es teils zu Lieferverzögerungen beim Endabnehmer kommen kann.

Des Weiteren begründete das Haus von Minister Jens Spahn (CDU) die Verzögerungen damit, dass in den vergangenen beiden Wochen eine Vielzahl von Lieferungen in den Logistiklagern gleichzeitig eingetroffen seien.

Lieferanten müssen noch bezahlt werden

Wegen der vielen mangelhaften Produkte kommt es außerdem zu Zahlungsverzögerungen. Erst zehn Prozent der Lieferanten seien bisher bezahlt worden. „Mangelhafte Produkte werden nicht abgenommen und nicht bezahlt“, so ein Sprecher des Ministeriums.

Gesundheitsminister Spahn berichtete kürzlich von einer positiven Entwicklung bei der Beschaffung der dringend benötigten Masken. Bei vom Gesundheitsministerium beauftragten Logistikunternehmen sollen mehr als 130 Millionen medizinische FFP2-Masken lagern.

RND

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