Sicherheit hinter Stoff und Plexiglas: Geschäftsleute und die Mundschutzpflicht

dzMaskenpflicht in Werne

Seit Montag (27.4.) müssen Verkäufer und Kunden Mund und Nase bedecken. Manche Geschäftsleute schützen sich nicht mithilfe von Stoffmasken, sondern mit Plexiglas.

Werne

, 27.04.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den Werner Geschäften herrscht Mundschutzpflicht. Außerdem ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern geboten. Kassiert wird nur noch hinter einer Plexiglas-Scheibe. Die ist gleichzeitig auch eine Alternative zum klassischen Stoff-Mundschutz: Ein Gesichtsschild ist gleichermaßen erlaubt. Silke Wilmes von der Knüllerkiste trägt so eine portable Plexiglasscheibe.

Der Grund für den eher ungewöhnlichen Schutz ist simpel: „So können die Kunden meine Mimik erkennen“, erklärt sie. Das „Faceshield“ wurde von der Gruppe „Maker vs. Virus“ (Macher gegen das Virus) hergestellt - eine Vereinigung von Menschen, die im Kampf gegen Corona ebenjene Gesichtsschilder mit dem 3D-Drucker drucken.

Kunden maskieren sich vor der Tür

Die Kunden bleiben in der Regel beim Stoff-Mundschutz. Und das klappt laut Wilmes richtig gut. „Sehen Sie, die Dame zieht sich gerade ihren Mundschutz auf. Das machen eigentlich alle so“, sagt sie und deutet auf eine Kundin, die sich wie selbstverständlich vor dem Betreten des Ladens maskiert.

Statt eines Stoff-Mundschutzes benutzt Silke Wilmes, Inhaberin der Knüllerkiste, ein Face-Shield.

Statt eines Stoff-Mundschutzes benutzt Silke Wilmes, Inhaberin der Knüllerkiste, ein Face-Shield. © Sylva Witzig

Bisher habe es noch keinen Kunden gegeben, der ohne Mundschutz in den Laden gekommen sei. „Die Leute kennen die Regeln und halten sich daran - genauso wie an den Sicherheitsabstand“, berichtet Wilmes. Auch bei Woolworth habe es noch keine Probleme gegeben. Am Eingang des frisch wiedereröffneten Geschäftes steht eine Mitarbeiterin, die auf die Regeln im Geschäft hinweist.

Jeder bekommt einen Korb - auch die Kleinen

„Ohne Mundschutz wollte bislang erst einer hereinkommen. Manche verstehen nicht, dass auch bei Familien mit Kindern jede Person einen Korb mit in den Laden nehmen muss - es dürfen höchstens 40 Personen gleichzeitig im Geschäft sein“, erklärt die Mitarbeiterin an der Tür. Ansonsten seien die Kunden sehr verständnisvoll.

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Wolfgang Klinge von Lederwaren Küper ist ebenso stolz auf seine Kunden, denn die verhielten sich vorbildlich. Wer keinen Mundschutz dabei hat, bekommt einen Einweg-Schutz an der Kasse. „Der Einzelhandel hat das Problem durch die aktuellen Maßnahmen im Griff. Abstandhalten, Mundschutzpflicht und die Plexiglasscheibe an der Kasse schützen Kunden und Mitarbeiter so gut es geht“, so der Händler.

Werner Taschen werden in ganz Europa verschickt

In Gedanken ist er bei all den Branchen, die im Moment noch nicht öffnen dürfen und hofft, dass es auch für diese Kollegen bald neue Regelungen gibt. Während der Schließung seines Geschäftes hat sich Klinge mit dem Onlinehandel über Wasser gehalten.

Seine Geschäftsidee, die Kunden per Videochat durch den Laden zu führen, wurde nicht so gut angenommen wie erwartet - dafür laufe der Handel über die Plattform Taschen24 ganz passabel. So sei die Ware aus Werne schon in England und Frankreich gelandet.

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