Mann durch Schuss verletzt: Kommunalpolitiker angeklagt

Fünf Monate nach dem Schuss auf einen jungen Mann in Köln hat die Staatsanwaltschaft einen Kommunalpolitiker wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft gehe von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus, sagte ein Sprecher des Kölner Landgerichts am Donnerstag. Zuvor hatten Medien berichtet. Der Anwalt des Kommunalpolitikers war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte der Anwalt die Vorwürfe zurückgewiesen.

28.05.2020, 14:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

Laut Anklage war der CDU-Politiker in der Nacht zum 30. Dezember 2019 mit einer Gruppe junger Männer in Streit geraten, die sich in der Nähe seines Hauses laut unterhielten und Musik hörten. Der 72-Jährige soll sich gestört gefühlt haben und mit seiner Waffe aus dem Haus gekommen sein, um die Männer zu vertreiben. Es soll zu einem Wortgefecht gekommen sein, bei dem der Politiker auch ausländerfeindliche Beschimpfungen von sich gegeben haben soll. Dann soll er unvermittelt auf einen 20-Jährigen geschossen und ihn in die Schulter getroffen haben.

Einige Wochen später hatte der Kommunalpolitiker sein Mandat niedergelegt und dies nach Angaben des Bezirksbürgermeisters damit begründet, nach einer Bedrohung seiner Frau seine Familie schützen zu wollen. Dies sei aber nicht als Schuldeingeständnis zu werten.

Wann der Prozess gegen ihn beginnt, steht nach Angaben des Gerichtssprechers noch nicht fest.

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