Lüner lieferte sich auf der Kirmes mit dem Roller Verfolgungsjagd mit der Polizei

Amtsgericht

Einmal von der Polizei auf seinem zu schnellen Roller erwischt, wollte sich ein Lüner offenbar nicht erneut ertappen lassen. Das misslang - nun stand der 36-Jährige vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 27.02.2020, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf dem Kirmesgelände lieferte sich der Rollerfahrer eine Verfolgungsjagd mit der Polizei (Symbolbild).

Auf dem Kirmesgelände lieferte sich der Rollerfahrer eine Verfolgungsjagd mit der Polizei (Symbolbild). © Goldstein (A)

Der Angeklagte lieferte sich eine Verfolgungsjagd – Unfallflucht und Drogen im Blut inklusive. Das kommt ihn nun teuer zu stehen. Sein Roller, den die Beamten am Nachmittag des 15. August im Bereich der Bebelstraße wahrnahmen, konnte mit dem fließenden Autoverkehr mithalten. Das schürte ihr Interesse.

Sie kontrollierten den Fahrer, und der gab augenscheinlich sogar zu, dass sein Gefährt bis zu 45 Stundenkilometer schnell sei. Und damit hätte der 36-Jährige aber einen Führerschein benötigt. Genau den besaß er nicht.

Kirmesaufbau half dem Rollerfahrer

Gute zwei Wochen später fiel einem der Polizisten der Roller erneut auf, und auch der Fahrer kam ihm bekannt vor. Ganz davon abgesehen, dass auch das Kennzeichen identisch war. Die Polizisten folgten ihm von der Kurt-Schumacher-Straße bis hin zur Stadttorstraße und versuchten vergeblich, den Mann auf dem Kleinkraftrad zum Anhalten zu bewegen. Der flüchtete und machte sich dabei zu Nutze, dass vor Ort gerade der Kirmesaufbau stattfand.

Deshalb gab es für den Streifenwagen kein Durchkommen, für den Rollerfahrer schon – wobei er an einen engen Stelle das Fahrzeug eines Schaustellers beschädigte und dennoch unbeirrt weiterfuhr. Die Beamten nahmen den Unfall auf, fuhren dann ein erstes Mal zur Anschrift des 36-Jährigen.

Doch dort stand kein Roller. Erst beim zweiten Versuch wurden sie fündig, stießen auf das Kleinkraftrad, dessen Auspuff noch warm war, und auf den Lüner, dem eine Untersuchung kurz darauf zu allem Überfluss auch noch Cannabis und Amphetamin im Blut attestierte.

Keine Reue und Einsicht

Fahren ohne Fahrerlaubnis, Straßenverkehrsgefährdung und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wurden ihm nun im Prozess vor dem Amtsgericht vorgeworfen. Doch der 36-Jährige dachte gar nicht daran, Reue und Einsicht zu zeigen. Vielmehr beschrieb er die erste Fahrt ohne Führerschein Mitte August mehr oder weniger als Versehen und die Täterschaft im zweiten Fall bestritt er gänzlich. „Ich war an dem Tag zuhause“, betonte er und blieb dabei. Und schließlich sei sein Roller ja kalt gewesen. Auch präsentierte er sich als Opfer polizeilicher Schikane.

Konsequenzen vor Gericht

Überzeugen konnte er Richter Ulrich Oehrle nicht – insbesondere, was den zweiten Vorfall betraf. Oehrle zählte Indizien auf, die gegen den Lüner sprachen: Der Beamte, der sich sicher war, ihn erkannt zu haben, der Treffer beim Kennzeichen oder auch der warme Auspuff. Die Folge: 900 Euro Geldstrafe, ein Jahr Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis und drei Monate Fahrverbot – selbst für einen ordnungsgemäß gedrosselten Roller.

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