Buchhändler in Lünen versorgen Kunden mit Lesestoff, auch wenn die Läden geschlossen sind

dzCoronakrise

Wenn viele Menschen gezwungenermaßen daheim bleiben müssen, bleibt Zeit, endlich mal wieder zu lesen. Die Buchhandlungen sind zwar geschlossen, Bücher bestellen kann man in Lünen trotzdem.

Lünen

, 22.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich berät Heidi Vakilzadeh ihre Kunden gern direkt, wenn es um spannende Krimis, romantische Liebesromane, Reiseführer oder märchenhafte Kinderbücher geht. Doch die Coronakrise macht das für die Lüner Buchhändlerin derzeit unmöglich. Ihre Lippe-Buchhandlung ist geschlossen - wie viele andere Geschäfte in der Lüner Fußgängerzone, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen.

Bestellungen der Kunden

Normalerweise arbeiten vier Mitarbeiterinnen zusammen mit der 54-Jährigen in der Buchhandlung im Lippezentrum an der Münsterstraße. Derzeit ist sie allein im Geschäft, dessen Türen für Kunden geschlossen sind. Heidi Vakilzadeh kümmert sich um die Bestellungen der Kunden.

„Die Hauptarbeit läuft hier im Laden, weil ich die Bücher für die Kunden zusammenstelle. Ich versuche auch, unsere Internetseite immer zu aktualisieren, die Kunden über die Möglichkeiten so zu informieren, Bücher zu bestellen,“ sagt Heidi Vakilzadeh. Per Telefon, E-Mail oder im Online-Shop geht das. „Ich werde die Bestellungen bearbeiten und entweder persönlich vorbeibringen oder per Post schicken.“

Maike Westbrock (l.) und Heidi Vakilzadeh zeigen hier Kinderbücher. Derzeit ist die Lippebuchhandlung geschlossen. Die Chefin bearbeitet Bestellungen.

Maike Westbrock (l.) und Heidi Vakilzadeh zeigen hier Kinderbücher. Derzeit ist die Lippebuchhandlung geschlossen. Die Chefin bearbeitet Bestellungen. © Kristina Gerstenmaier (A)

Sie ist froh, dass die Großhändler weiter liefern, und das tagtäglich. Dort werde mit Hochdruck gearbeitet. „Vor allem uns kleinere Inhaber-geführte Buchhandlungen werden nicht hängen gelassen.“

So bekommen derzeit auf jeden Fall alle Kunden ihre Bücherwünsche erfüllt. Das ist für Heidi Vakilzadeh wichtig, „denn sonst wandern die Kunden noch ab“. Kunden, die nicht Internet-affin sind und so nicht bestellen können, erreichen die Buchhändlerin per Telefon. „Nur eben nicht im Laden.“

Seit 40 Jahren führt die Familie Vakilzadeh ihre Lippe -uchhandlung im Lippezentrum, zuerst Heidis Eltern Irene und Hushang, seit vielen Jahren nun die Tochter. „Wir haben schon einiges erlebt, vor allem meine Mutter, die ja damals, bevor wir nach Lünen kamen, in Teheran eine Buchhandlung hatte, aber so etwas wie jetzt noch nicht.“

Dennoch versucht sie, irgendwie noch gute Laune bei den Telefonaten rüber zu bringen. Ihre Mitarbeiterinnen sind zuhause: „Wenn große Bestellungen reinkommen, stehen sie auf Abruf bereit.“

Bücher können im Abholfach bleiben

Auch die Thalia-Buchhandlung an der Langen Straße ist geschlossen. „Da wir einen Telefondienst eingerichtet haben, erreichen uns viele Kunden auf diesem Wege“, sagt Filialleiter Dirk Bluhm.

Die Thalia-Buchhandlung an der Lange Straße hat ebenfalls geschlossen.

Die Thalia-Buchhandlung an der Lange Straße hat ebenfalls geschlossen. © Goldstein

Meist seien es Fragen zur Abholung von Bestellungen, oder es werden Bücher bestellt. Bluhm: „Wir in Lünen nehmen Bestellungen telefonisch oder über die Internetseite der Buchhandlung entgegen und versenden die Bücher dann.“

Außerdem versuche man, jeden Kunden, der nun seine bestellte Ware aus dem Abholfach nicht abholen kann, weil das Geschäft geschlossen ist, per Mail oder telefonisch zu erreichen.

Wenn der Kunde es will, schickt ihm das Team die Bestellung aus dem Abholfach in der Buchhandlung zu. Oder man lässt die Bücher im Abholfach bis die Geschäfte wieder öffnen dürfen. Auch wenn noch niemand weiß, wann das sein wird. „Oder wir nehmen die Ware heraus, wenn der Kunde sie nicht mehr möche.“ Eine Abholung in der Filiale sei derzeit bis auf weiteres nicht möglich. Die Türen sind geschlossen, auf den gläsernen Türen informieren Waschzettel die Kunden.

Homeoffice für Buchhändler kaum möglich

Vorerst, so Bluhm, habe man täglich eine Telefonkonferenz mit etwa 15 anderen Filialleitern und der Bereichsleitung von Thalia, um sich auszutauschen.

Bluhm: „Da bei uns noch viele Dinge wie Sortimentspflege, Präsentation, Disposition oder Bereinigung des Abholfaches zu tun sind, sind noch ein paar wenige Mitarbeiter in der für Kunden geschlossenen Filiale.“ Homeoffice sei für die Buchhändler kaum möglich.

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