Lünen beschafft Computer für alle Lehrer - für alle Schüler reicht es nicht

dzDigitale Schule

Zwei neue Stellen sollen in der IT-Abteilung der Stadt Lünen noch 2020 besetzt werden. Außerdem erhalten die Schulen neue Geräte für den mobilen Unterricht. Doch es reicht nicht für alle.

Lünen

, 27.09.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Verwaltung hatte für den Ausschuss für Bildung und Sport gute Nachrichten im Gepäck: Noch in diesem Jahr sollen zwei neue Stellen in der IT-Abteilung neu besetzt werden. Diese neuen Mitarbeiter sollen dann für den Support und die Wartung von Endgeräten an den Schulen in Lünen mit zuständig sein.

Und das dürfte eine Menge Arbeit sein: Eine weitere gute Nachricht der Verwaltung war nämlich, dass im Idealfall im Dezember die Bestellung neuer Endgeräte für alle Lehrerinnen und Lehrer sowie für 10 bis 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler erfolgen kann. Derzeit erfolge eine Abfrage, wie viele Geräte man eigentlich braucht. Um sich die Ausschreibung für den Auftrag zu sparen, wird die Stadt Lünen die Geräte über die Genossenschaft „Kopart“ des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen bestellen.

Fest steht bereits, dass alle Lehrerinnen und Lehrer ein neues Gerät erhalten. Das Geld kommt aus einem Sofortprogramm des Landes NRW. Ein weiteres Sofortprogramm ist für Endgeräte gedacht, die Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt werden. Hier erhält die Stadt Lünen 693.000 Euro, was nicht für alle reichen wird. „Wenn man 500 Euro pro Gerät zu Grunde legt, können wir etwa 11 Prozent der Schülerinnen und Schüler versorgen. Bei geringerem Preis eventuell auch 15 Prozent“, erläutert Stadtsprecher Benedikt Spangardt die Zahlen aus dem Ausschuss.

Neue Geräte zunächst für die, die kein Eigenes haben

Die Geräte seien demnach zunächst für Schülerinnen und Schüler vorgesehen, die privat kein eigenes Gerät haben. „Die Gefahr ist ja, dass diese Schülerinnen und Schüler ansonsten zum Beispiel vom ,mobilen Unterricht‘ ausgeschlossen bleiben“, so Spangardt. Das Ganze sei auch nicht so angelegt, dass die Geräte ständige Unterrichtsbegleiter sein sollen. „Im Falle von mobilem Unterricht oder Distanzunterricht würden die Geräte von der Schule an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben, die sie benötigen.“

Wenn nun an jeder Schule in Lünen mehrere Klassen gleichzeitig mit ihren Endgeräten ins Netz gingen, würde das die Datenleitung eines mittelständischen Unternehmens erfordern. Laut Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns seien die Voraussetzungen dafür bereits geschaffen: „Die Schulen sind über die Funktechnologie an das Netz angeschlossen.“ Auch Systeme wie eine Firewall oder eine Backbone-Struktur seien mit Hilfe von Mitteln aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“ realisiert worden, wie Kleine-Frauns im Rededuell der Ruhr Nachrichten erklärte: „Die Schulen sind bereit.“

Herausforderer Rainer Schmeltzer (SPD) sah die Sache etwas anders: „Die Funktechnologie wird nicht reichen. Wir müssen jeder Schule - und jedem Unternehmen - den Zugang zum Glasfasernetz ermöglichen.“

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt