Bewegende Rede: Hannelore Kraft bittet Loveparade-Opfer um Vergebung

Unglück

Zehn Jahre sind seit der Loveparade-Tragödie in Duisburg vergangen. Zum Jahrestag sprang Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft über ihren eigenen Schatten.

Düsseldorf

25.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die ehemalige NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft spricht nach langer Zeit mal wieder im Düsseldorfer Landtag gesprochen.

Die ehemalige NRW Ministerpräsidentin Hannelore Kraft spricht nach langer Zeit mal wieder im Düsseldorfer Landtag gesprochen. © picture alliance/dpa

Zum zehnten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe in Duisburg hat Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) die Opfer und Hinterbliebenen um Vergebung gebeten, dass für die Tragödie juristisch niemand belangt worden ist. „Die Loveparade-Katastrophe ist eine offene Wunde am Herzen der Stadt und des Landes“, sagte Kraft am Donnerstag in einer bewegenden Rede im Landtag. Es war Krafts erste Rede im Plenum seit ihrer Wahlniederlage 2017.

Mit gebrochener Stimme zählte sie in der Erinnerungsdebatte die Vornamen und das Alter aller Todesopfer auf. Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 starben in Duisburg 21 Menschen im Gedränge, 650 Menschen wurden verletzt. Dass der Prozess um das Unglück im Mai ohne Urteil beendet worden sei, sei für die Angehörigen „schwer zu ertragen“, sagte Kraft. Kraft bekam im Plenum Applaus, als die FDP daran erinnerte, dass die einstige Regierungschefin den Hinterbliebenen nach der Katastrophe mitfühlend und aufrichtig Trost gespendet habe. Kraft war zum Zeitpunkt des Loveparade-Unglücks erst wenige Tage Ministerpräsidentin.

Die Ex-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach erstmals seit ihrer Wahlniederlage 2017 wieder eine Rede im Landtag. Die einstige Regierungschefin (59) ist mittlerweile einfache Abgeordnete im nordrhein-westfälischen Parlament. Die Tragödie hatte sie seinerzeit menschlich tief getroffen, auch ihr Sohn war in dem Gedränge gewesen. Er blieb aber unverletzt. Kraft hatte den Angehörigen der Opfer Beistand geleistet und auf Trauerfeiern Trost gespendet. Dies trug maßgeblich zu ihrem Image als „Kümmerin“ bei.


dpa

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