Lioba Albus’ Hitzewallungen begeistern Publikum im Werner Kolpingsaal

Kabarett

Känguru-Bäuche und eine kostenlose Ehemann-Adoption, Fridays for Future und „Pattexgeschichten“ - bei ihrem Auftritt im Werner Kolpingsaal wusste Lioba Albus zum Weltfrauentag einmal mehr zu überzeugen.

Werne

, 08.03.2020, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lioba Albus überzeugte bei ihrem Auftritt im Werner Kolpingsaal einmal mehr - diesmal mit starkem Bezug zum Internationalen Frauentag.

Lioba Albus überzeugte bei ihrem Auftritt im Werner Kolpingsaal einmal mehr - diesmal mit starkem Bezug zum Internationalen Frauentag. © Elvira Meisel-Kemper

„Einmal im Jahr haben wir unsere Tage, die Frauenkulturtage“, leitete Lioba Albus ihren Beitrag zum „Internationalen Frauentag“ auf der Bühne des Kolpingsaales in Werne ein. Mit ihrem Auftritt erheiterte sie nicht zum ersten Mal die Werner Bevölkerung. „Hitzewallungen“ hatte sie ihr Programm genannt, dem sie als Mia Mittelkötter ein flammendes Plädoyer für die Gleichstellung der Frau mit dem Mann vorausschickte.

„Wir Frauen sind, was Hitze angeht, wetterunabhängig. Für besondere Themen haben wir besondere Sensibiliät“ und schwenkte damit zur Klimakatastrophe und der Fridays for Future-Bewegung mit Greta als „neuer Pippi Langstrumpf“.

Service für Ehemänner

Herrlich direkt und absolut treffsicher nahm sie Männer und Frauen aufs Korn. Frauen würden auf dünnen Beinchen ihren „Känguru-Bauch“ nach vorn schieben. Männer hätten ab Mitte 20 das Problem des „Zuspeckens“. Seitdem würden sie sich überlegen, ob sie ihren Hosenbund über oder unter dem Bauch tragen würden.

Ein Urlaub mit dem eigenen Ehemann käme deshalb nicht in Frage. Ihr „Service für zurückgelassene Ehemänner“ belustigte genauso. Einmal am Tag vorbeifahren, lüften und die Option der „kostengünstigen Adoption“ dieser Männer zeigte ein ganz neues Geschäftsmodell auf.

Albus schlüpfte bei ihrem Auftritt in verschiedene Rollen...

Albus schlüpfte bei ihrem Auftritt in verschiedene Rollen... © Elvira Meisel-Kemper

Ebenso sarkastisch wetterte sie gegen die Feier des runden Hochzeitstages: „Man feiert doch keine Magen-Darm-Grippe.“ Single-Urlaube seien der große Trend. Wenn mal als Frau noch keinen abbekommen habe, werde man als „Ladenhüter“ abgestempelt. Würden diese Frauen älter, würden sie als Haushaltshilfe zum Pastor abgeschoben.

Aber das Problem hatte Mia Mittelkötter nicht, denn sie hatte ja immer noch ihren trotteligen Rentner-Ehemann Gustav im Rücken. Dafür schaute sie sich Fußballspiele unter ganz anderem Aspekt an, denn die knackigen Männerkörper der fand sie viel spannender als gefallene Tore.

... und echauffierte sich über die ein oder andere Situation in der Gesellschaft.

... und echauffierte sich über die ein oder andere Situation in der Gesellschaft. © Elvira Meisel-Kemper

Erheiternd war auch ihre kurze Lesung aus einem Liebesroman, indem sie die Protagonistin in die Ich-Form umdeutete und sich selbst das Gefühl verpasste, so begehrt zu sein wie die Frau im Roman. Hitzewallungen bekam sie allerdings auch, als sie außereheliche Beziehungen verteidigte.

„Jede Frau hat viele Taschen und Schuhe. Warum dann mit der Monotyrannei auskommen und nur einen Mann haben“, so Albus. Das Ganze würde sie allerdings beenden, wenn eine „Pattexgeschichte“ daraus würde, also der Mann zu anhänglich würde.

Damit wechselte sie die Rolle und schlüpfte in den Trenchcoat eines Mannes, um diesen tattrigen Mann beim ersten Treff mit einer Frau auf einer Partnerbörse zu karikieren. Auch das erzeugte Lachwellen im Publikum - bei Männern und bei Frauen.

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